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Das Bild als Erzieher

Daniel Nikolaus Chodowieckis Kinder- und Jugendbuchillustrationen in Johann Bernhard Basedows Elementarwerk und Christian Gotthilf Salzmanns Moralischem Elementarbuch

Jasmin Schäfer

Daniel Chodowieckis Kinder- und Jugendbuchillustrationen in Basedows Elementarwerk und Salzmanns Moralischem Elementarbuch – die zwei von ihm am umfangreichsten illustrierten philanthropen Erziehungsbücher – sind Gegenstand dieser kunsthistorisch-pädagogischen Untersuchung. Aufbauend auf den divergierenden Zielsetzungen und Methodiken Basedows und Salzmanns stehen die künstlerischen Charakteristika und Unterschiede in Bildkonzept, -aufbau und -sprache am Beispiel der Kinderspiele, der Berufe und des Toleranzgedankens in beiden Büchern vergleichend im Fokus. Diese Arbeit stellt somit zwei Typen von Chodowieckis philanthropen Edukationsgrafiken, die sich an ein kindliches Publikum richten, als bislang unbeachtete, aber bedeutsame Facette von Chodowieckis künstlerischem Schaffen erstmalig vor.

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6. Schlussbetrachtung

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Die vorliegende Untersuchung widmet sich den unterschiedlichen Ikonografien, die Daniel Nikolaus Chodowiecki für das Elementarwerk Johann Bernhard Ba- sedows und das Moralische Elementarbuch Christian Gotthilf Salzmanns ent- wickelte. Dabei wurden die pädagogischen Zielsetzungen der philanthropen Autoren berücksichtigt und Chodowieckis Bildfindungen erörtert. Zu den für die Aufklä- rung typischen Themen des Spiels, der Berufsdarstellungen und dem konfessio- nell konnotierten Toleranzgedanken wurden Chodowieckis Bildtafeln verglei- chend untersucht. Chodowiecki bezieht sich teilweise auf Kunstzitate, die er jedoch für das kindliche Publikum zu einer eigenen Bildsprache umformt oder interaktive per- sonelle Konstellationen kreiert. In diesem Kontext ist besonders die Wirkung der Grafik auf das Kind bedeutsam und unterscheidet sich in Abhängigkeit vom illustrierten Medium. In beiden Büchern benutzt der Künstler divergierende Bildsprachen, da Basedow einen anderen Erkenntnisweg für das Kind verfolgt als Salzmann. Dabei wird in dieser Untersuchung immer der Erzieher als der Vermittler zwischen Buch und Kind mitgedacht, der bei beiden Autoren als regulierende Instanz Voraussetzung für den Umgang mit dem illustrierten Buch ist. Unterschiede und Ähnlichkeiten der Bildfindungsmöglichkeiten innerhalb des Elementarbuches und der Moralischen Beispielerzählung wurden herausge- arbeitet und damit bewiesen, dass Chodowiecki für beide Autoren eine eigen- ständige Bildsprache entwickelt. Im 18. Jahrhundert entwickeln sich die Kinderspiele aus denen, die gemein- sam mit Erwachsenen gespielt werden sowie ursprünglich singulär von Erwach- senen gespielten, die von diesen abgelegt in variierter Form zum Kinderspiel avancieren. Daneben existieren immer wieder auch unverändert übernommene tradierte Spiele...

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