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Prädikative Strukturen in Theorie und Text(en)

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Irmtraud Behr and Zofia Berdychowska

Der Band vereinigt die Beiträge eines Reihen-Seminars zum Thema «Prädikative Strukturen in Theorie und Text(en)», das von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Jagellonen-Universität Kraków und der Universität Sorbonne Nouvelle – Paris 3 getragen wurde. Die Autoren untersuchen die Begrifflichkeit, wie sie in verschiedenen Beschreibungsansätzen in der deutschen Grammatik zur Anwendung kommt. Daneben werden Problematiken zugänglich gemacht, mit denen sich die nationalen (germanistischen) Grammatiken auseinandersetzen. Die Grenzen eines engen Prädikatsbegriffs werden überschritten, wenn prädikative Relationen auf verschiedenen Ebenen angesetzt werden. Den textuellen Verwendungen bestimmter prädikativer Muster kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu.

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Das prädikative Partizip Präsens im Mittelhochdeutschen

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Aletta Leipold Abstract Das Partizip Präsens tritt in älteren Sprachzuständen in vielschichtigeren Zusammenhängen auf als in der Gegenwartsprache. Bestimmte Verwendungsweisen werden ins Neuhochdeut- sche tradiert, andere dagegen sind nach dem Mittelalter nicht mehr belegt und bezeugen ar- chaisch anmutende Konstruktionen. Neben der Hauptverwendungsweise des präsentischen Partizips in prädikativer Funktion innerhalb einer periphrastischen Verbform mit sîn oder werden kann das Partizip Präsens im Mittelhochdeutschen auch bei Vollverben stehen und als Objektsprädikativ oder prädikatives Attribut fungieren. In fast allen Verwendungsbereichen führen die mittelhochdeutschen Belege über das aus dem Neuhochdeutschen Bekannte hin- aus. Die Prädikatsstrukturen des Mittelhochdeutschen (Mhd.) weichen sowohl in Be- zug auf synthetische als auch auf periphrastische Formen nicht grundsätzlich von denen der Gegenwartssprache ab. Zu letzteren gehören bereits im Mhd. die Präterital-, Passiv- und Futurperiphrasen, aber auch Prädikative, Infinitiv- und Partizipialkonstruktionen. Es sind aber z.T. prädikative Strukturen belegt, die die neuhochdeutsche (nhd.) Standardsprache nicht toleriert. Einen nicht geringen Anteil an solchen Bildungen haben Partizipialkonstruktionen. Im Mhd. ist das präsentische Partizip noch in Verwendungsweisen bezeugt, die der Gegenwarts- sprache fremd geworden sind. Hier sollen mhd. Partizip-Präsens-Konstruktionen unter diesem Gesichtspunkt fokussiert werden.1 Im Sinne eines engen Prädikatsbegriffs gehören attributive und adverbiale participia praesentis nicht direkt zum Gegenstand ‚prädikative Strukturen‘. Sie seien aber innerhalb der funktionalen Differenzierung des Partizip Präsens (Part.Präs.) in ihrer mhd. Spezifik kurz erwähnt, nachdem das Part.Präs. als Be- standteil des verbalen Kerns eines mhd....

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