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Kooperation in der Schule

Eine Untersuchung der Orientierungs- und Handlungsmuster von Lehrern

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Sabine Schütt

«Vom Einzelkämpfer zum Teamplayer!» – so lautet der bildungstheoretisch und bildungspolitisch formulierte Anspruch an die Lehrerschaft. Kooperation ist mittlerweile zu einem zentralen Element guter Schule erklärt. Die Praxis sieht jedoch vielerorts anders aus. Diese qualitative Untersuchung geht der Frage nach, welches Bedingungsgefüge vorhanden sein muss, damit Kooperation gelingen kann. Dazu wurden die Formen professioneller Handlungs- und Orientierungsmuster von Lehrern vor dem Hintergrund organisationsspezifischer Einflussparameter untersucht. Entstanden ist eine Typologie der Kooperationshabitus von Lehrern. Diese gibt Hinweise darauf, welch unterschiedliche Maßnahmen zur Förderung und Steuerung des kooperativen Handelns von Lehrern notwendig sind.

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3 Methodisches Design der empirischen Untersuchung

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3.1 Methodologische Grundlagen qualitativer Sozialforschung Die vorliegende empirische Untersuchung und die in ihr zur Anwendung kommenden Methoden beruhen schwerpunktmäßig auf einem qualitativen Forschungsparadigma.21 Daher sollen im Folgenden die zentralen und untersuchungsleitenden Prinzipien und Grundlagen qualitativer Forschung ausgeführt werden. Die zunehmende Betonung und Beachtung qualitativer Forschungsansätze, als „qualitative Wende“ (MAYRING, 1996, S. 1) in den Sozialwissenschaften bezeichnet, beruht auf der, gegenüber naturwissenschaftlich orientierten Forschungsansätzen geüb- ten Kritik, dass menschliches Handeln nicht auf Gesetzmäßigkeiten zurückzuführen sei und daher auch nicht anhand von falsifizierbaren Gesetzen prognostisch vorhersag- bar sei. Diese Kritik geht auf die Nachkantianer DILTHEY, WINDELBAND und RICKERT zurück, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts darauf verwiesen, dass „Geschichtswissenschaft beim Individuum zu beginnen habe“ (GIRTLER, 1992, S. 16) und dem „Erklären“ der nomothetisch gesetzmäßigen Naturwissenschaften das „Ver- stehen“ der idiographisch individualisierenden Geisteswissenschaften gegenüber stell- ten.22 DILTHEY benannte als zentrale Methode der Geisteswissenschaften die Herme- neutik, was im ursprünglichen Wortsinn das „Auslegen von Göttersprüchen“ (ebd.) bedeutet und womit das interpretierende Verstehen von jeweilig betrachteten Gesamt- zusammenhängen und nicht das Auffinden von Gesetzmäßigkeiten gemeint ist. Das Ziel qualitativer Forschung ist, menschliches Handeln rekonstruierend und interpretierend zu verstehen. Handeln soll dabei im Anschluss an WEBER, „ein menschliches Verhalten (einerlei ob äußeres Tun, Unterlassen oder Dulden) heißen, wenn und insofern als der oder die Handelnden mit ihm einen subjektiven Sinn ver- binden“ (WEBER, 1921, S. 1). GIRTLER führt aus, dass durch dieses...

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