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Der Einsatz von Aufstellungsarbeit in der Mediation

Eine qualitative Studie über Anwendungsbeispiele aus der Praxis

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Linda Brackwehr and Claude-Hélène Mayer

Aufstellungsarbeit birgt großes Potenzial für die Konfliktklärung und nimmt eine immer bedeutender werdende Rolle in der Mediation ein. Die Autorinnen gehen der Frage nach, wie Aufstellungsarbeit das Methodenwerkzeug der Mediation unterstützen und ergänzen kann. Für eine praktikable Umsetzung des Einsatzes fehlten bislang eine Bündelung von Ausübungsformen und ihre theoretischen Verankerungen. Anhand von Anwendungsbeispielen zeigt dieses Buch in vergleichender Perspektive die Bandbreite von Einsatzmöglichkeiten und stellt eine Verbindung zu den theoretischen Grundlagen her. Dabei nimmt sich die Forschung den Gründen, Herausforderungen und Grenzen der Kombination von Aufstellungsarbeit und Mediation an.

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2. Begriffsklärungen und Theorie: Mediation und Aufstellungsarbeit

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In diesem Kapitel werden die grundlegenden Eigenschaften und Konzeptionen des Mediationsverfahrens sowie der Aufstellungsarbeit vorgestellt, die der Ge- genstand des empirischen Teils der vorliegenden Studie sind. Sowohl bei der Darlegung der theoretischen Grundlagen sowie den methodenspezifischen Ausführungen zu Mediation und Aufstellung muss eine für den Gegenstand der Forschung sinnvolle Eingrenzung vorgenommen werden. Dabei wird kein An- spruch auf Vollständigkeit von Konzepten gelegt und unterliegt keinerlei Wer- tung der hier getroffenen Auswahl. 2.1 Theoretische Grundlagen Mediation ist ein Verfahren, mit dem Konflikte bearbeitet und gelöst werden können. Bevor sich gesondert mit dem Verfahren der Mediation und der Aufstel- lungsarbeit beschäftigt wird, sollen die für beide Bereiche grundlegenden Begrif- fe erläutert werden. Dabei geht es um den Begriff Konflikt als zu bearbeitenden Zustand und um den Begriff System, der die Grundlage der Mediations- und Aufstellungsarbeit bildet. 2.1.1 Zum Begriff Konflikt Ein Konflikt wird als destruktiver Umgang mit divergierenden Meinungen ver- standen. Der Umgang der Konfliktparteien mit ihren Differenzen kann einen Konflikt auslösen, sobald gegenseitige Schuldzuweisungen getroffen werden (vgl. Ballreich/Glasl 2007: 13; Weckert et al. 2011: 15). Montada und Kals (2007: 70) stellen den Ansatz der normativen Überzeugungen von Konfliktparteien in den Mittelpunkt des Entstehens sozialer Konflikte: „Die Ausdrucksformen scheinen heterogen, haben aber hinsichtlich ihrer Motivation eine Gemeinsamkeit: Sie sind Antworten auf eine wahrgenommene Normverletzung, die nicht hingenommen wird; sie enthalten einen Vorwurf der Normverletzung und sind Mahnungen zur Normeinhaltung“. Mögliche Konflikttypen und -ursachen konstituieren sich beispielsweise auf einer Sach-, Glaubens-, Werte-, Interessen-,...

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