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Paarformeln in mittelalterlichen Stadtrechtstexten

Bedeutung und Funktion

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Frauke Thielert

Die Autorin untersucht den seit Jakob Grimm in der Forschung diskutierten Gegenstand der Paarformel anhand der spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Textsorte der Stadtrechtsbücher. Sie behandelt 20 Texte, die sich auf den gesamten deutschen Sprachraum verteilen und den Zeitraum vom 13.–15. Jahrhundert abdecken. Die Analyse ist nach sehr weit gefassten modernen Rechtsbegriffen wie «natürliche Person» oder «Körperverletzung» strukturiert, die jenseits ihrer historischen Andersartigkeit als Grundtatsachen des menschlichen Lebens gelten können. Ausgehend von der Annahme, dass Paarformeln als Mittel zur Erfassung rechtsrelevanter Begrifflichkeiten dienen, berücksichtigt die Autorin neben Verwendung und Bedeutung auch die Funktion von Paarformeln im jeweiligen Kontext.

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VI. Textauswahl

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Im Folgenden werden die einzelnen Städte, deren Stadtrechte in die Untersuchung einfließen in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt. Dabei werden die Städte zu- nächst einem der vorgestellten Städtetypen zugeordnet und dann kurz auf ihre Entstehung und Entwicklung eingegangen, da diese Faktoren Einfluss auf die von den Städten eigenständig gesetzten rechtlichen Bestimmungen haben. Daran an- schließend wird kurz auf die gewählten Editionen eingegangen. Hier konzentriert sich die Darstellung auf die den Editionen zugrunde liegenden Editionsprinzipien. 1. Städte Augsburg Augsburg zählt zu den sich aus alten Bischofsstädten entwickelnden Freien Reichsstädten. Die Stadt geht auf die römische Gründung Augusta Vindelicum zurück und überstand als spätantike Siedlung die Völkerwanderungszeit.553 Ob allerdings das für die Spätantike vermutete Bistum Augsburg die Völkerwan- derungszeit überstanden hat, lässt sich nicht nachweisen. Unter den Ottonen entwickelte sich die Stadt zum Ausgangspunkt für Italienfahrten der Kaiser und zum Ort von Hoftagen.554 Im 12. Jahrhundert gerät die Stadt in den Auseinandersetzungen zwischen Staufern und Welfen zwischen die Fronten. 1132 wird Augsburg als vermutetes Machtzentrum der Staufer vollständig zerstört, aber bereits einige Jahre später von der Bürgerschaft neu errichtet. In dieser Zeit wird auch der Dom erweitert und zahlreiche Klöster und Stifte gegründet. Unter Friedrich Barbarossa, der 553 vgl. Joachim Gruber: Art. Augsburg (Augsburg in der Spätantike), in: LMA, Bd. I, Sp. 1211–1212, vgl. hierzu auch: Lothar Bakker: Die Anfänge der...

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