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Persönlichkeitsschutz von Kindern und Jugendlichen

Eine Untersuchung zum zivilrechtlichen Schutz von Minderjährigen in der modernen Medienlandschaft

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Henrike Ehrhorn

Der Persönlichkeitsschutz junger Menschen hat im gegenwärtigen Medienumfeld neue Aktualität erlangt. Im Zentrum der Diskussionen steht die natürliche Schutzbedürftigkeit, durch die auch die geltende Grenzziehung zur kollidierenden Presse- und Äußerungsfreiheit berührt wird. Die Autorin entwickelt daran anknüpfend ein Konzept, wie die Spannungsfelder der Persönlichkeitsrechte von Kindern und Jugendlichen in einen möglichst schonenden Ausgleich mit widerstreitenden Interessen gebracht werden können. Die Untersuchung wird durch sozialwissenschaftliche Erkenntnisse und die maßgeblichen Wertungsgrundlagen fundiert und rechtsvergleichend flankiert. Anhand einer Aufarbeitung der problematischen Rechtsfragen zur Einwilligung sowie zur Güter- und Interessenabwägung entfaltet die Verfasserin wesentliche Grundlinien für den Minderjährigenschutz gegenüber der Presse und im Internet.

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Kapitel 2: Sozialwissenschaftliche Grundlagen

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Der Persönlichkeitsschutz weist in seiner Gesamtheit einen intensiven Wirklich- keitsbezug auf. Sowohl das Allgemeine Persönlichkeitsrecht in Art. 2 Abs. 1, Art. 1 Abs. 1 GG als auch die einfachgesetzlichen Ausgestaltungen erfassen einen Aus- schnitt des realen menschlichen Lebens, der in seiner Existenz dem Recht vor- ausgeht und aufgrund seiner sozialen Dimension immer wieder Veränderungen unterworfen ist, welche eine Entwicklungsoffenheit der Rechtsnormen fordert.75 Umfang und Grenzen der Schutzbereiche werden nicht abstrakt durch den Ge- setzgeber bestimmt, sondern folgen aus der individuellen Lebenswirklichkeit des Einzelnen und der Ausgestaltung und Entwicklung der Gesellschaft.76 Diese enge Verbindung sollte in der rechtswissenschaftlichen Analyse fruchtbar gemacht wer- den, soweit dies methodisch denkbar erscheint. § 1 Methodische Vorbemerkungen zu sozialwissenschaftlichen Erkenntnismöglichkeiten Rechtsmethodisch basiert die Einbeziehung der sozialwissenschaftlichen Erkennt- nisse auf der Strukturierten Methodik von Friedrich Müller. Auf der Grundlage der rechtstheoretischen Annahme, dass eine Rechtsnorm nicht mit ihrem Wortlaut identisch ist, werden neben dem Text auch diejenigen empirischen Fakten (sog. Realdaten) als konstitutive Bestandteile betrachtet, die eine Entscheidung des Le- benssachverhaltes mittragen, also richtungsweisend sein können. Ebenso wenig wie der Wortlaut einer Vorschrift sind die Sprachdaten objektiv vorgegeben, es ist deshalb die Aufgabe des Juristen, die Norm zu konkretisieren. Dafür wird ein Normenprogramm ermittelt, hier der Persönlichkeitsschutz, auf dessen Grundlage dann derjenige Ausschnitt aus den Realdaten herausgearbeitet wird, der normativ relevant erscheint. Mit anderen Worten reicht es nicht, möglicherweise mitentschei- dende empirische Fakten zu ermitteln, diese müssen auch vom Normprogramm erfasst und damit vereinbar sein. Im Falle einer...

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