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Zur Notwendigkeit einer Reform des § 238 StGB

Eine kritische Würdigung des Straftatbestandes vor dem Hintergrund der aktuellen Rechtsprechung

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Yvonne Conzelmann

Das Buch setzt sich mit der Pönalisierung des Phänomens Stalking auseinander, welches in den letzten Jahren immer mehr mediale Aufmerksamkeit erfahren hat. Eine Reaktion des Gesetzgebers war daher notwendig. Die jetzige gesetzgeberische Ausgestaltung des § 238 StGB ist wenig praxistauglich und bietet keinen effektiven Opferschutz. Daher ist § 238 StGB als missglückte Reaktion des Gesetzgebers auf das Phänomen Stalking zu werten. Es besteht ein tatsächlicher Novellierungsbedarf. Die bislang erarbeiteten Novellierungsbemühungen weisen jedoch allesamt Schwächen auf. Die Autorin erarbeitet einen praxistauglichen Novellierungsvorschlag, durch dessen gesetzgeberische Umsetzung künftig Stalking pönalisiert und den Opfern effektiv Schutz vor Stalkern geboten werden kann.
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1. Teil: Einleitung

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1.   Teil: Einleitung

Das Phänomen Stalking erlangte in den vergangenen Jahren immer mehr öffentliche Aufmerksamkeit. Sowohl in den Printmedien1 als auch in den TV-Medien2 wurden vermehrt Fälle dargestellt, in denen das zumeist weibliche Opfer durch den meist männlichen Täter fortwährend belästigt oder verfolgt wurde und dadurch schwere Schäden, v.a. psychischer Natur, davontrug. Auch die Filmindustrie nahm sich des Phänomens Stalking an. Bekannte Spielfilme wie „Eine verhängnisvolle Affäre“ (1987)3, „The Fan“ (1996)4, „Liebeskrank“ (2001)5 oder „One Hour Photo“ (2002)6 entstanden und auch die beliebte Krimiserie „Tatort“ nahm sich in der 623. Folge mit dem Titel „Unter Kontrolle“ des Themas Stalking an. Es existieren ebenfalls ← 1 | 2 → Songtexte, die Bezüge zum Phänomen Stalking aufweisen. Zu nennen ist z. B. „Wo willst Du hin?“ (2002)7 von Xavier Naidoo. Das Phänomen Stalking hat eine hohe Medienpräsenz, weswegen es mittlerweile fast keinen Tag gibt, an dem man nichts über dieses Thema lesen oder hören kann.

Dabei ist das Phänomen Stalking keinesfalls neu. Vielmehr ist es ein moderner Begriff für ein Phänomen, das so alt ist wie die Geschichte menschlicher Sozialgemeinschaften.8 Bereits in der griechischen Mythologie der Antike wurde von verschmähter Liebe mit tragischem Ausgang für das betroffene Opfer berichtet.9 Es existieren auch alte Gesetze, wie z. B. das aus dem 6. Jahrhundert nach Christus stammende römische Gesetz, das versuchte, beeinträchtigende...

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