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Wissen und Normen – Facetten professioneller Kompetenz von Deutschlehrkräften

Series:

Holger Zimmermann and Ann Peyer

DeutschlehrerInnen sind mit einer Fülle an Normen konfrontiert: Standards, Lehrpläne, Forderungen von Politik, Eltern und Öffentlichkeit. Der Band analysiert, wie eigene oder externe Normvorstellungen ihr Wissen, ihre Überzeugungen und ihr Handeln beeinflussen. Thema der Beiträge, die auf empirischen Arbeiten aus den Bereichen der Lese-, Sprach- und Literaturdidaktik basieren, sind Normen und Normenkonflikte als Anteil von verschiedenen Facetten des professionellen Wissens. Sie behandeln beispielsweise die Diagnosefähigkeit im Bereich des Lesens, Normvorstellungen über das Schreiben oder Fachwissen im Bereich der Orthographie. Der Band vertieft so die Diskussion über fachlich geprägte professionelle Kompetenz im Sinne einer Fachdidaktik als «eingreifende Kulturwissenschaft».
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Zwischen Heraus- und Überforderung. Lehrpersonen implementieren und adaptieren Lesefördermaßnahmen

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Abstract: Approaches to teaching reading are adapted and changed by teachers due to implicit teaching norms defined by daily teaching experiences. How various elements and dynamic interplays influence the implementation of reading instruction will be demonstrated through two concrete cases studies.

Die Output-Orientierung im Bildungssystem hat der Interventionsforschung Auftrieb gegeben. Interventionsforschung fordert für sich ein, wie man in möglichst strengen quasi-experimentellen Studien gezielt Kompetenzen, wie z. B. die Lesekompetenz, fördern kann. Auf dieser empirischen Grundlage werden dann Aussagen zur (Un-)Wirksamkeit der jeweiligen Fördermaßnahmen getroffen, und es schälen sich mehr oder weniger stark evidenzbasierte Programme bzw. Förderansätze heraus, die insbesondere durch Metaanalysen genauer in den Blick der Öffentlichkeit geraten. Ein besonders wichtiges, häufig aber auch missverstandenes Beispiel dafür ist die Arbeit von Hattie (2009), in der Wirkfaktoren für bessere Schulleistungen als isolierte und in einer Ranking-Logik dargestellte Einzelelemente nebeneinanderstehen.

Oberflächlich betrachtet wirkt der Zusammenhang zwischen evidenzbasierten Programmen und dem schülerseitigen Erfolg zunächst relativ simpel: Die Schülerinnen und Schüler werden erfolgreicher in Programmen sein, die programmgetreu und den Absichten der Programmentwickler entsprechend im Unterricht implementiert werden. Bei genauerem Blick ist der Zusammenhang jedoch erheblich komplexer, da verschiedene Faktoren bei der praktischen Umsetzung involviert sind, welche nur schwer in Programmentwicklungen antizipiert werden können, etwa die Einstellungen der Schülerinnen und Schüler, die Ausstattung der Schule sowie personale Faktoren der implementierenden Lehrperson. Zugespitzt ließe sich auch sagen: Die...

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