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Rekonstruktionen interkultureller Kompetenz

Ein Beitrag zur Theoriebildung

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Nadine Stahlberg

Interkulturelle Kompetenz ist anerkanntermaßen ein komplexes Konstrukt. Dies führt zu Schwierigkeiten in der Theoriebildung. Es existieren zwar einige Modelle, die versuchen, das Konstrukt abzubilden; diese basieren aber zumeist allein auf theoretischen Überlegungen. Versuche der empirischen Untermauerung finden sich nur unzureichend. Empirische Verfahren zur Erfassung interkultureller Kompetenz wiederum sind zum Teil problematisch, da sie – oftmals quantitativ ausgerichtet – wesentliche Gütekriterien nicht erfüllen. Die Untersuchung reagiert auf beide Desiderata: In Abgrenzung zu den gängigen quantitativen Verfahren rekonstruiert sie die interkulturelle Kompetenz von internationalen Studierenden auf der Grundlage von qualitativen Interviews. Die Studie erprobt hiermit einen neuen Ansatz für die Beschreibung interkultureller Kompetenz. Grundlage der Rekonstruktionen ist ein eigenes Modell, das, wie die Autorin anhand vieler Beispiele belegt, in all seinen Komponenten empirisch abgesichert ist.
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2. Theoretische Grundlagen

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Die vorliegende Arbeit untersucht die Spezifik der interkulturellen Kompetenz von internationalen Studierenden. Um eine sachgerechte Beantwortung der zu Grunde liegenden Forschungsfragen zu ermöglichen, werden zunächst elementare theoretische Grundlagen der Kulturforschung sowie der Kompetenzforschung aufgezeigt und in ihrer Bedeutung für die Untersuchung erläutert.

2.1 Kulturverständnis

Da Kultur ein wesentliches Kriterium darstellt, um die Interaktionsteilnehmer, Hintergründe und Probleme in der interkulturellen Kommunikation und Kooperation zu charakterisieren, ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Kultur für die vorliegende Arbeit unverzichtbar. Folglich ist es an dieser Stelle nicht nur sinnvoll, sondern dringend erforderlich, sich sowohl dem zentralen Begriff der Kultur als auch den damit verbunden Konzepten der interkulturellen Kommunikation bzw. Interaktion zu nähern. Eine einschneidende Rolle spielt dabei das Adjektiv interkulturell, welches dank seiner weit reichenden Resonanz zwar einerseits einen interdisziplinären Aufschwung erreicht hat, andererseits jedoch nach Mecklenburg (2008: 90) „zu einer ebenso modischen wie leeren Worthülse zu werden droht“.

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