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Rekonstruktionen interkultureller Kompetenz

Ein Beitrag zur Theoriebildung

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Nadine Stahlberg

Interkulturelle Kompetenz ist anerkanntermaßen ein komplexes Konstrukt. Dies führt zu Schwierigkeiten in der Theoriebildung. Es existieren zwar einige Modelle, die versuchen, das Konstrukt abzubilden; diese basieren aber zumeist allein auf theoretischen Überlegungen. Versuche der empirischen Untermauerung finden sich nur unzureichend. Empirische Verfahren zur Erfassung interkultureller Kompetenz wiederum sind zum Teil problematisch, da sie – oftmals quantitativ ausgerichtet – wesentliche Gütekriterien nicht erfüllen. Die Untersuchung reagiert auf beide Desiderata: In Abgrenzung zu den gängigen quantitativen Verfahren rekonstruiert sie die interkulturelle Kompetenz von internationalen Studierenden auf der Grundlage von qualitativen Interviews. Die Studie erprobt hiermit einen neuen Ansatz für die Beschreibung interkultureller Kompetenz. Grundlage der Rekonstruktionen ist ein eigenes Modell, das, wie die Autorin anhand vieler Beispiele belegt, in all seinen Komponenten empirisch abgesichert ist.
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3. Definitionen und Konzepte der interkulturellen Kompetenz

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Nach einer kurzen Einführung in den Begriff interkulturelle Kompetenz an sich wird in diesem Kapitel anhand der Darstellung ausgewählter Definitionsansätze und Modelle der gegenwärtige Forschungsstand zur Begriffsbestimmung und Konzeption der interkulturellen Kompetenz umrissen. Dabei ist es nicht Ziel, sämtliche in der Forschung verbreiteten Definitionen und Konzepte zusammenzufassen, vielmehr sollen diejenigen vorgestellt werden, die für die Arbeit von Bedeutung sind. Während begriffliche Definitionen versuchen, in einem Satz oder einigen wenigen Sätzen auf den Punkt zu bringen, was interkulturelle Kompetenz ist, liefern Modelle umfangreiche Konzeptionen über die konkreten Bestandteile, welche die interkulturelle Kompetenz umfasst.

Neben einer fachübergreifenden Auseinandersetzung, die Entwicklungen sowie neuste Forschungserkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen wie u. a. den Kommunikationswissenschaften, der Pädagogik bzw. den Erziehungswissenschaften, der Psychologie und den Wirtschaftswissenschaften im Blick behält, bilden hier Auslandsstudium und Austauschforschung sowie Fremdsprachendidaktik und -forschung wichtige Ausgangspunkte für die Erforschung interkultureller Kompetenz.

3.1 Begriff und Begriffsbestimmung

3.1.1 Der Begriff der interkulturellen Kompetenz

Bei Sichtung der Quellen stößt man auf eine Vielzahl von Begrifflichkeiten, die auf denselben Sachverhalt zu verweisen scheinen. Vor dem Hintergrund vorangetriebener Europapolitik fallen in den 1990er Jahren Begriffe wie u. a. Europakompetenz (Schmidt 1990), Euroqualifikationen (Sellin 1991), internationale Qualifikationen (Wordelmann 1991), Europafähigkeit (Schleicher 1993) und internationale Bildung (Hummel 1992) auf, die neben dem Begriff interkulturelle Kompetenz (Kramer 1992) bzw. interkulturelle Kompetenzen (Tenberg 1999) in Umlauf gebracht werden (vgl. Yang 2007: 42).

Besonders aus der anglophonen...

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