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Rekonstruktionen interkultureller Kompetenz

Ein Beitrag zur Theoriebildung

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Nadine Stahlberg

Interkulturelle Kompetenz ist anerkanntermaßen ein komplexes Konstrukt. Dies führt zu Schwierigkeiten in der Theoriebildung. Es existieren zwar einige Modelle, die versuchen, das Konstrukt abzubilden; diese basieren aber zumeist allein auf theoretischen Überlegungen. Versuche der empirischen Untermauerung finden sich nur unzureichend. Empirische Verfahren zur Erfassung interkultureller Kompetenz wiederum sind zum Teil problematisch, da sie – oftmals quantitativ ausgerichtet – wesentliche Gütekriterien nicht erfüllen. Die Untersuchung reagiert auf beide Desiderata: In Abgrenzung zu den gängigen quantitativen Verfahren rekonstruiert sie die interkulturelle Kompetenz von internationalen Studierenden auf der Grundlage von qualitativen Interviews. Die Studie erprobt hiermit einen neuen Ansatz für die Beschreibung interkultureller Kompetenz. Grundlage der Rekonstruktionen ist ein eigenes Modell, das, wie die Autorin anhand vieler Beispiele belegt, in all seinen Komponenten empirisch abgesichert ist.
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8. Beispielhafte Rekonstruktion der interkulturellen Kompetenz einer internationalen Studierenden

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In diesem Kapitel soll beispielhaft die interkulturelle Kompetenz der internationalen Studierenden Karolina mit all ihren Dimensionen und Teilkomponenten sowie den Beziehungen zwischen den Teilkomponenten dargestellt werden. Grundlage dieser Rekonstruktion sind sowohl die Eigen- als auch die Fremdwahrnehmung der Studierenden. Um eine Anhäufung von Einzelaussagen zu vermeiden, wird eine zusammenfassende Darstellung gewählt, die Kategorien miteinander verbindet, wenn sich dies als sinnvoll abzeichnet. Ziel der folgenden Ausführungen ist es damit weniger, jede einzelne Kategorie abzubilden, als vielmehr qualitative Ausprägungen der fünf Dimensionen zu rekonstruieren. Die Kategorien dienen dabei der Beschreibung der Ausprägungen. Ferner soll mit der Betrachtung der eigen- und fremdwahrnehmungsbasierten Daten die angewandte Interviewmethode als Verfahren zur Rekonstruktion der interkulturellen Kompetenz eines Individuums exemplarisch geprüft werden.

Folglich liegen diesem Teil der Auswertung folgende forschungsleitende Fragen zugrunde:

i. Wie lässt sich die interkulturelle Kompetenz einer Studierenden anhand von selbstwahrnehmungsbasierten Daten rekonstruieren?

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