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Pädagogische Führung

Geschichte – Grundlegung – Orientierung

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Meike Zellner

Obwohl die Pädagogische Führung einer der pädagogischen Grundbegriffe ist, wird sie in der aktuellen Forschungsliteratur kaum beachtet. Stattdessen wird der Begriff vermieden, substituiert und paraphrasiert. Der Pädagogischen Führung werden per se unpädagogische, unterdrückende oder beherrschende Momente zugesprochen. Die Autorin geht diesem Missverständnis problemgeschichtlich-systematisch nach und zeigt auf, dass kein Pädagoge «um des Führens willen» seiner Führungsaufgabe nachzukommen hat. Im Zentrum all seiner pädagogischen Reflexionen und Entscheidungen steht dementgegen stets der zu ermöglichende Selbstbildungsprozess des Schülers.
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3. Selbstführung als Gegenstand der Pädagogischen Führung

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In der vorausgegangen problemgeschichtlichen Analyse sind verschiedene Autoren entlang der letzten 2500 Jahre dahingehend analysiert worden, wie sie die Pädagogische Führung in ihren Reflexionen spezifisch akzentuierten. Grundlegend war in all diesen Publikationen – mit Ausnahme des Dritten Reiches –, dass die Bildsamkeit des Lernenden, verstanden als die „unbestimmte Bestimmtheit des Menschen, sich selbst zu bestimmen“ (Rekus 2006, S. 119), als konstitutives Merkmal des pädagogischen Bildungsprozesses gesetzt wurde. Oder anders gesagt: Am Ende eines jeden pädagogischen Prozesses stand für die Pädagogen die selbstbestimmte Bildung des Individuums (vgl. Kapitel 1.4). Denn erst durch das Sich-bilden-Können wird der Mensch dazu befähigt, sich und sein Leben selbstständig zu führen und eigen gesetzte Ziele zu erreichen.

Pädagogisches Handeln dient stets zur Hilfe, sich selbst zu helfen, sich selbst zu bestimmen, sich selbst zu führen. Das Sich-Bilden, also das Erlangen von Wissen und Haltung, kann ausschließlich mittels eigener Anstrengungen geleistet und einem von niemandem abgenommen werden: Sich zur Bildung führen kann ein jeder nur in Selbsttätigkeit mittels seiner eigenen Führung. Wie aber, das ist die sich unweigerlich aufdrängende Frage, kann ein Schüler pädagogisch in die Lage versetzt werden, sich selbst zu begründeten Werten und Erkenntnissen zu führen? Wie kann ein Heranwachsender lernen, sich selbst zu führen? Die Antworten auf diese Fragen sind im problemgeschichtlichen Überblick bereits an zahlreichen Stellen erwähnt worden, doch erfolgte (noch) keine systematische und in sich stringente Betrachtung....

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