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Pädagogische Führung

Geschichte – Grundlegung – Orientierung

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Meike Zellner

Obwohl die Pädagogische Führung einer der pädagogischen Grundbegriffe ist, wird sie in der aktuellen Forschungsliteratur kaum beachtet. Stattdessen wird der Begriff vermieden, substituiert und paraphrasiert. Der Pädagogischen Führung werden per se unpädagogische, unterdrückende oder beherrschende Momente zugesprochen. Die Autorin geht diesem Missverständnis problemgeschichtlich-systematisch nach und zeigt auf, dass kein Pädagoge « um des Führens willen» seiner Führungsaufgabe nachzukommen hat. Im Zentrum all seiner pädagogischen Reflexionen und Entscheidungen steht dementgegen stets der zu ermöglichende Selbstbildungsprozess des Schülers.
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6. Fazit

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Die Pädagogische Führung ist konstitutiv für das pädagogische Handeln eines jeden Lehrenden sowohl im Unterricht als auch in der Erziehung. Der Lehrer weiß um den jeweiligen Unterrichtsgegenstand und um den damit verbundenen Bildungsprozess, er weiß um den Anfang sowie um das Ende der Aufgabe – er weiß aber ebenso um die Bildsamkeit seines Schülers und traut ihm zu, die Unterrichtsaufgaben in Selbsttätigkeit bewältigen zu können. Diese Momente kennzeichnen seine pädagogische Führungsaufgabe, d.h. seine methodischen, didaktischen und organisatorischen Entscheidungen und ebenso seine damit korrelierende Verantwortung. Er ist verantwortlich dafür, seinem Schüler während des gesamten Bildungsprozesses zur Seite zu stehen und präsent zu sein, sobald dieser nach Hilfe oder Unterstützung verlangt. Durch das Zutrauen des Lehrers weiß sich der Schüler bei der Bewältigung von sachlichen wie sittlichen Aufgaben geführt und fühlt sich entlang seiner selbsttätigen Anstrengungen nicht orientierungslos oder allein gelassen. Ebendieses respektvolle, vertrauensvolle und dialogische Lehrer-Schüler-Verhältnis ist das Fundament dafür, dass sich das interdependente Gefüge des Pädagogischen Führens auf der einen Seite und des Geführt-werden-Wollens auf der anderen Seite überhaupt realisieren lassen kann. In dieser Beziehung werden vom Lehrenden keine Abhängigkeiten generiert oder Machtansprüche fokussiert, sondern in deren Mittelpunkt befindet sich einzig und allein der Selbstbildungsprozess des Lernenden. Anders formuliert: Im Zentrum eines jeden pädagogischen Prozesses steht die Selbstführung des Schülers, ist es doch stets das dezidierte Ziel,...

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