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Pflege im Hospital

Die Aufwärter und Aufwärterinnen von Merxhausen (16. – Anfang 19. Jh.)

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Natascha Noll

Die Autorin befasst sich mit dem Thema Pflege in der Frühen Neuzeit. Krankenpflege in dieser Zeit wird vor allem mit religiösen Orden und Gemeinschaften in Verbindung gebracht. Über die weltliche Krankenpflege ist hingegen wenig bekannt, noch weniger über die Personen, die pflegten. Das Buch untersucht diesen Themenkomplex anhand des Hospitals Merxhausen. Im Zentrum stehen die Personen der Aufwärter und Aufwärterinnen, ihre Arbeitsverrichtung sowie ihr Verhältnis zu den Hospitalsinsassen. Darauf aufbauend werden grundlegende Fragen zu Hygiene und Medizin, aber auch zu Gewaltanwendung und Einsperrung in einem Hospital der Frühen Neuzeit behandelt.
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3. Die Hospitalitinnen

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3.  Die Hospitalitinnen

Aufwartung ist nicht ohne diejenigen denkbar, die versorgt werden. Die Hospitalitinnen von Merxhausen ausführlicher zu behandeln, ist daher unerlässlich. Die folgenden Ausführungen befassen sich mit dem Vorgang der Aufnahme ins Hospital und den Kriterien, die Personen erfüllen mussten, um aufgenommen zu werden. In diesem Zusammenhang spielen auch Fragen nach der sozialen und räumlichen Herkunft der Hospitalitinnen eine Rolle. Die anschließenden Kapitel behandeln die Anzahl der in Merxhausen aufgenommenen Hospitalitinnen, deren Krankheiten sowie die Altersstruktur. In Bezug auf die Aufwartung werden somit Grundlagen gelegt, um Aussagen zur Dichte der Versorgung, zur sozialen Nähe oder Ferne zwischen Hospitalitinnen und Aufwärtern und Aufwärterinnen, aber auch zum Aufgabenspektrum treffen zu können, das sich aus der Versorgung von Hospitalitinnen mit sehr unterschiedlichen Krankheiten ergab.

3.1  Der Weg in das Hospital und aus dem Hospital

Die Aufnahme in die Hohen Hospitäler folgte einem klaren Ablauf, der im 18. Jahrhundert durch landesherrliche Ordnungen festgeschrieben war.215 Die kranke Person oder, falls diese dazu nicht in der Lage war, ein Familienmitglied oder Vormund, bat in einer Supplikation an den jeweiligen Landgrafen ← 75 | 76 → um Aufnahme. In der Supplikation, die in der Regel von einem Schreiber verfasst wurde, wurden die Lebensumstände und der bisherige Verlauf der Erkrankung beschrieben. Zusätzlich mussten Pfarrer oder Amtleute die Richtigkeit der Angaben bestätigen.216

1722 wurde präzisiert, welche Informationen die Atteste enthalten sollten. Pfarrer, Beamte und »Civil-Bediente« sollten in Zukunft...

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