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Wortschatzlernen in bilingualen Schulen und Kindertagesstätten

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Anja Steinlen and Thorsten Piske

Das Buch präsentiert Forschungsergebnisse zur Wortschatzentwicklung bei Lernern in Kindertagesstätten, Grundschulen und weiterführenden Schulen mit bilingualem Unterricht bzw. bilingualer Betreuung. Der Band verdeutlicht, wie sich bilingualer Unterricht/bilinguale Betreuung auf das Wissen um Wörter in mehr als einer Sprache auswirken, und weist gleichzeitig auf Unterschiede und Parallelen zwischen dem Wortschatzerwerb im Erst- und Zweitspracherwerb hin. Einige der Kapitel gehen darüber hinaus der Frage nach, welche Strategien Betreuungs- und Lehrkräfte anwenden sollten, um den Erwerb lexikalischen Wissens kontinuierlich und unter Berücksichtigung inhaltlicher Anforderungen effektiv bei bilingualen Lernern fördern zu können.
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Fast mapping in der bilingualen Kindertagesstätte

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Fast mapping bezeichnet einen zentralen Lernmechanismus im Lexikonerwerb, in dem Wortform und Bedeutung miteinander verbunden werden. Wörter müssen nicht explizit als neues sprachliches Material eingeführt werden, sie werden auch gelernt, wenn sie in einem Einführungskontext gewissermaßen nebenbei benutzt werden. In der vorliegenden Studie wurde dieser aus der L1-Lexikonforschung bei 12–18 Monate alten Kleinkindern bekannte Prozess (Carey / Bartlett 1978) erstmalig auf den natürlichen L2-Erwerb übertragen. Untersucht wurden deutsche Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren in einer deutsch-englisch bilingualen Kindertagesstätte in Altenholz bei Kiel. Ziel der Studie war es herauszufinden, welche Rolle fast mapping im natürlichen L2-Erwerb spielt, inwieweit sich das Erwerbsverhalten in der L1 von der L2 unterscheidet und welche Faktoren die Ergebnisse beeinflussen. In neun empirischen, longitudinal angelegten Testdesigns konnte fast mapping experimentell im Zweitspracherwerb nachgewiesen werden.

1.   Was ist fast mapping?

Seit 35 Jahren ist fast mapping ein zentraler Begriff in der Erstsprach- (L1)-Lexikonerwerbsforschung. Carey / Bartlett (1978) prägten diesen Terminus als Bezeichnung für einen Lernmechanismus im Wortschatzerwerb, in dem eine unbekannte Wortform und ein Referenzobjekt verbunden werden. Ab dem Alter von eineinhalb Jahren reicht meist ein einziges Hörerlebnis, damit diese Verbindung von Referent und Lexem zielgerecht geschieht und memoriert wird (Carey / Bartlett 1978). Dieser Abbildungsprozess von Bedeutung auf Form wird mapping genannt. Um die Geschwindigkeit des Prozesses und die schnelle Quantifizierung des Lexikons zu verdeutlichen, spricht man von fast mapping.

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