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Der Verleger Johann Friedrich Cotta (1764–1832) als Kulturvermittler zwischen Deutschland und Frankreich

Frankreichbezüge, Koeditionen und Übersetzungen

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Annika Haß

Johann Friedrich Cotta war nicht nur der Verleger Johann Wolfgang von Goethes und Friedrich Schillers, sondern zu seiner Zeit auch einer der bedeutendsten Kulturvermittler zwischen Deutschland und Frankreich. Annika Haß analysiert in ihrem Buch vor allem sein Verlagsprogramm, wobei der Schwerpunkt auf den Werken mit Frankreichbezug liegt. Basierend auf Kulturtransferforschung, Buchgeschichte und Übersetzungsforschung werden die Bücher (Koeditionen, Übersetzungen, französischsprachige Publikationen, Werke mit thematischem Frankreichbezug) in chronologischer und thematischer Perspektive analysiert. Darüber hinaus illustrieren Fallstudien zu den für Cotta tätigen Übersetzern und Koeditoren wie Albrecht Lebret, Theodor von Haupt oder Joseph von Theobald die zeitgenössische Übersetzungstätigkeit.
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6. Das Napoleonbild in den von der J. G. Cotta'schen Verlagsbuchhandlung verlegten Monographien: Zwischen Ablehnung und Bewunderung

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6. Das Napoleonbild in den von der J. G. Cotta’schen Verlagsbuchhandlung verlegten Monographien: Zwischen Ablehnung und Bewunderung

Napoleon Bonaparte hat das 19. Jahrhundert stark geprägt, nicht nur durch seine Herrschaft in Frankreich, die Kriege sowie Besatzungen, sondern auch in der Erinnerungskultur der Zeit nach diesen Ereignissen. Es entstanden zahlreiche Legenden und Mythen um den Kaiser, zu denen er auch selber beitrug. Das Napoleonbild oszillierte zwischen positiven und negativen Beurteilungen, zwischen Begeisterung auf der einen und starker Abneigung auf der anderen Seite. Diese Beurteilungen durchliefen jedoch Veränderungen in Abhängigkeit von politischen Situationen. Seit dem Italienfeldzug (1797) Napoleons versuchte er bewusst Einfluss auf seine öffentliche Wahrnehmung zu nehmen, sich in einem positiven Licht darzustellen und so die Entstehung einer ‚goldenen Legende‘ (‚la légende dorée‘) zu initiieren. Dies zeigte sich zu Beginn z.B. in Form von Berichterstattung im Courrier de l’armée d’Italie, in dem er lobend während des Italienfeldzuges erwähnt wurde, oder auch in ikonographischer Weise in Form von Gemälden wie der Darstellung der Krönung Napoleons, von Jacques-Louis David. Gleichzeitig versuchte Napoleon durch strenge Zensur Kritik zu unterbinden.394 Für den deutschen Raum stellt Barbara Beßlich einen Wandel in den Beurteilungen Napoleons um 1806/07 fest, indem sich ein Wechsel von einer eher positiven Bewertung zu einem nationalen Feindbild vollzog, das in etwa bis 1815 dominant war.395 Diese negative Darstellung der Gegner Napoleons führte im Kontext der Kriege zu einer ‚schwarzen Legende‘ (‚la légende noire‘), die wiederum vielfältige...

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