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Visionen und Illusionen

Beiträge zur 11. Arbeitstagung schwedischer Germanistinnen und Germanisten «Text im Kontext» in Göteborg am 4./5. April 2014

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Magnus P. Ängsal and Frank Thomas Grub

Unter dem Rahmenthema Visionen und Illusionen fand am 4./5. April 2014 an der Universität Göteborg die 11. Arbeitstagung schwedischer Germanistinnen und Germanisten Text im Kontext statt. Der vorliegende Band versammelt ausgewählte Beiträge, die in ihrer Vielfalt zugleich einen Eindruck der Forschungsansätze und -projekte der Germanistik in Schweden vermitteln. Das Spektrum der Beiträge reicht von der Untersuchung frühneuzeitlicher Kochbücher zur Analyse des RAF-Manifests Die Rote Armee aufbauen; von der Betrachtung der Sprachbiographie einer Spätaussiedlerin zu literaturwissenschaftlichen Textanalysen bzw. Interpretationen jüngerer Dramen von Christoph Hein, Simon Urbans Roman Plan D und Pilgerinnenberichten über den Jakobsweg. Eine Analyse des Neologismus’ «Sternenkind» und vergleichende Grammatikstudien runden den Band ab. Die Begriffe Visionen und Illusionen ermöglichen Brückenschläge zwischen Literaturwissenschaft und Sprachwissenschaft und erscheinen nicht zuletzt aufgrund ihrer gesellschaftlichen Dimension prädestiniert für die Öffnung hin zu kulturwissenschaftlichen Fragestellungen.
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„In Deutschland wird nicht gelogen.“ Eine Fallstudie zur sprachlichen Identität einer Spätaussiedlerin in Sprachbiographien

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1 Einleitung

Spätaussiedler sind Personen deutscher Herkunft aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion und anderen osteuropäischen Staaten. Seit Ende der 1980er Jahre kamen ungefähr drei Millionen Menschen, von denen ungefähr 2,2 Millionen aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion stammen, im Rahmen der Aussiedleraufnahme in die Bundesrepublik Deutschland.1 Die Zuwanderung von russlanddeutschen Spätaussiedlern stellt somit einen Sonderfall der Migration nach Deutschland dar, der in der englischsprachigen Forschung oft als ethnic migration definiert wird. Darunter versteht man Menschen, die oft erst nach mehreren Generationen wieder in die Heimat ihrer Vorfahren ‚zurückkehren‘ (vgl. Tsuda 2003). Eine Besonderheit für Spätaussiedler ist also die Tatsache, dass sie sich bereits vor ihrer Auswanderung als Deutsche in ihren Heimatländern identifiziert haben und ebenso auch von offizieller politischer Seite her als Deutsche angesehen werden (vgl. von Koppenfels 2009). Obwohl viele russlanddeutsche Spätaussiedler oft eine historisch gewachsene Zuneigung zu den Herkunftsländern ihrer Vorfahren entwickelt haben, gestaltet sich die Rückkehr nicht unproblematisch, da sie in ein für sie eigentlich fremdes Land immigrieren (vgl. Tsuda 2009, S. 3).

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