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Sachlichkeit als Argument

Der Beitrag der Allgemeinen Pädagogik zur Lehrerbildung

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Edited By Jürgen Rekus

Aktuelle Lehrerbildungskonzepte legen den Akzent zunehmend auf personale Kompetenzen und relativieren damit die Bedeutung des Unterrichtsgegenstandes für die Gestaltung von Unterricht. Durchsetzungsvermögen und strategisches Handeln sollen das fehlende sachliche Argument kompensieren. Demgegenüber kann die Allgemeine Pädagogik zeigen, dass es im Unterricht nicht um die Durchsetzung einer Sache, sondern um ihren Geltungsanspruch geht. Diesen prüfen zu lernen ist Gegenstand des Unterrichts. Dieser grundlegende Zusammenhang wird von den Autoren des Bandes unter verschiedenen Aspekten entfaltet. Damit wollen sie zugleich an Jürgen-Eckardt Pleines erinnern, der die philosophische Fundierung der Lehrerbildung immer wieder angemahnt hat.
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Meinung, Glaube und Wissen in der Schule (Lutz Koch)

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Der Titel des vorliegenden Bandes erinnert an Jürgen-Eckardt Pleines. „Sachlichkeit als Argument“ ist der Titel eines seiner ersten Bücher zur philosophischen Fundierung der Pädagogik aus dem Jahre 1975. Es griff damals – 37 Jahre ist das her – den zum Modewort der Pädagogik avancierten Ausdruck der „Sachlichkeit“ auf, wie er in Buchtiteln wie „Sachlichkeit und Sachunterricht in der Grundschule“ (Rudolf Schmidt) oder „Sachlichkeit und Menschlichkeit“ (Oetinger) auftrat (S. 19). Jürgen Pleines entwickelte nun die mit dem Ausdruck der Sachlichkeit verbundene Dialektik, in der Sachlichkeit als eine Tugend erscheint, die Willkür, Selbstliebe und Gefühlsäußerungen hinter das „Gesetz der Sache“ zurückstellt, sich als Unparteilichkeit und Objektivität präsentiert, aber auch in Bosheit, Gefühllosigkeit und Grausamkeit (S. 18) umschlagen kann, wenn eben diese Tugend der Sachlichkeit rücksichtslos auf den Menschen angewandt wird, der nun wie eine Sache erscheint und nicht als Person geachtet wird. Aber das ist nur einer von zahlreichen Aspekten der angedeuteten Dialektik, denen Pleines kritisch nachgegangen ist, immer in enger Fühlung zu den aktuellen Diskussionen im pädagogischen Raum. Dazu gehörte dann auch die wissenschaftstheoretische Problematik, mit der damals Wolfgang Brezinka Furore machte. Seine Mahnung zur Empirie, – was war sie anderes als eine neue Variante des (phänomenologischen) Weckrufes „Zu den Sachen selbst“? Aber es waren die angeblich wertfreien „Tatsachen“, wie sie sich von den methodischen Vorgriffen einer operationalisierenden Psychologie aus präsentierten und der Pädagogik als einer Technik der Verhaltensänderung das Gesetz vorschreiben wollten,...

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