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Sachlichkeit als Argument

Der Beitrag der Allgemeinen Pädagogik zur Lehrerbildung

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Edited By Jürgen Rekus

Aktuelle Lehrerbildungskonzepte legen den Akzent zunehmend auf personale Kompetenzen und relativieren damit die Bedeutung des Unterrichtsgegenstandes für die Gestaltung von Unterricht. Durchsetzungsvermögen und strategisches Handeln sollen das fehlende sachliche Argument kompensieren. Demgegenüber kann die Allgemeine Pädagogik zeigen, dass es im Unterricht nicht um die Durchsetzung einer Sache, sondern um ihren Geltungsanspruch geht. Diesen prüfen zu lernen ist Gegenstand des Unterrichts. Dieser grundlegende Zusammenhang wird von den Autoren des Bandes unter verschiedenen Aspekten entfaltet. Damit wollen sie zugleich an Jürgen-Eckardt Pleines erinnern, der die philosophische Fundierung der Lehrerbildung immer wieder angemahnt hat.
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Schulaufgaben: Sachlichkeit und Menschlichkeit (Jörg Ruhloff)

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Wer von „Schulaufgaben“ reden hört wird sich zunächst und nicht unbedingt gerne an Hausaufgaben erinnert finden, die uns in Schulen aufgetragen worden sind und mit denen uns die Schule auch noch an den Wochenenden in Beschlag nahm. Diese aus der Schule mitgebrachten häuslichen Aufgaben haben zwar auch etwas mit dem zu tun, wovon die Rede sein soll. Sie sind aber nicht das Thema. Mein Thema sind diejenigen Aufgaben, die Schulen zu besorgen, zu erfüllen oder, wie es manchmal auch heißt, zu ‚erledigen‘ und zu ‚bewältigen‘ haben.

Schulen sind zu dem Zweck eingerichtet, Lern- und Unterrichtsaufgaben nachzugehen, denen Menschengemeinschaften nicht ausweichen können oder die sie für unentbehrlich halten. Welche Aufgaben das im Einzelnen sind, wie sie sinnvoll miteinander verknüpft und wodurch sie zusammen gehalten werden, das ist Gegenstand anhaltender Diskussionen, zumindest wenn es um die allgemeinen öffentlichen Schulen geht. Mit Recht sind m. E. die Aufgaben der Schule ein Dauerthema; denn was in öffentlichen Schulen geschieht und was versäumt wird, das berührt in den langzeitlichen Folgen das Gefüge des sozialen Zusammenlebens und der staatlichen Ordnung. Für unsere Gegenwart scheint das mehr als je zuvor zu gelten. Schulerfolge haben für den individuellen Lebensweg ebenso wie für den Rang von Staaten im globalen politischen Kräftespiel ein nie zuvor erreichtes Gewicht bekommen. Zwar ist es, wenn wir auf unsere europäische Geschichte zurück blicken, seit zweieinhalb tausend Jahren so, dass Wissen und Können und...

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