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Sachlichkeit als Argument

Der Beitrag der Allgemeinen Pädagogik zur Lehrerbildung

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Jürgen Rekus

Aktuelle Lehrerbildungskonzepte legen den Akzent zunehmend auf personale Kompetenzen und relativieren damit die Bedeutung des Unterrichtsgegenstandes für die Gestaltung von Unterricht. Durchsetzungsvermögen und strategisches Handeln sollen das fehlende sachliche Argument kompensieren. Demgegenüber kann die Allgemeine Pädagogik zeigen, dass es im Unterricht nicht um die Durchsetzung einer Sache, sondern um ihren Geltungsanspruch geht. Diesen prüfen zu lernen ist Gegenstand des Unterrichts. Dieser grundlegende Zusammenhang wird von den Autoren des Bandes unter verschiedenen Aspekten entfaltet. Damit wollen sie zugleich an Jürgen-Eckardt Pleines erinnern, der die philosophische Fundierung der Lehrerbildung immer wieder angemahnt hat.
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Von der Sachlichkeit zu den Sachen und zurück. Anmerkungen zu einer Theorie schulischer Bildung (Otto Hansmann)

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Als ich mich daranmachte, die Spur des Zugriffs auf das Thema festzulegen, warf sich mir die Frage auf, womit anfangen? Mit Unterscheidungsoperationen, wie der analytischen von Person und Sache oder mit Beschreibungen dessen, was wir Wirklichkeit nennen oder als Lebenswelt bezeichnen? Ich blieb eine Zeitlang unentschieden darin, welche Brille ich aufsetzen sollte. Wo immer ich auch ansetzte, sah ich mich Gefahr laufen, im Netzwerk von Phänomenologie, Anthropologie und Soziologie zu verstricken und dabei das Nähere aus den Augen zu verlieren, nämlich mit dem wirklichen Anfang anzufangen.

Mit dem Anfang anfangen, damit meine ich, an der je bereits vermittelten sozialen Wirklichkeit anzusetzen, die mit dem zu tun hat, was wir Sachlichkeit nennen können, aber nicht zwingend identisch sein muss mit einem ausdifferenzierten Begriff der Sachlichkeit. Ich unterscheide beispielsweise Sachlichkeit als kommunikative Interaktion im Alltag, Sachlichkeit im wissenschaftlichen Diskurs oder Sachlichkeit im Unterrichtsgespräch zwischen Lehrenden und Lernenden. Dabei scheinen die Grenzen zwischen Sachlichkeit und den Sachen einerseits, Subjektivität und Sachlichkeit andererseits fließend, im besten Fall bildend für die involvierten Subjekte und lebensweltorientierend für die Sachen.

Mehr als einige Anmerkungen zu dieser komplexen Thematik vermag ich an dieser Stelle nicht beizusteuern.

Wie schon Herbart Erziehung ohne Unterricht und Unterricht ohne Erziehung als undenkbar verworfen hatte, möchte ich analog schulisches Lernen ohne Bildung als ein Verfahren bezeichnen, „die Sachen“ als objektive Realitäten in methodisch-experimenteller Zurichtung oder phänomenologischer Reduktion vorzustellen und Bildung ohne schulisches Lernen sehe ich...

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