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Sachlichkeit als Argument

Der Beitrag der Allgemeinen Pädagogik zur Lehrerbildung

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Edited By Jürgen Rekus

Aktuelle Lehrerbildungskonzepte legen den Akzent zunehmend auf personale Kompetenzen und relativieren damit die Bedeutung des Unterrichtsgegenstandes für die Gestaltung von Unterricht. Durchsetzungsvermögen und strategisches Handeln sollen das fehlende sachliche Argument kompensieren. Demgegenüber kann die Allgemeine Pädagogik zeigen, dass es im Unterricht nicht um die Durchsetzung einer Sache, sondern um ihren Geltungsanspruch geht. Diesen prüfen zu lernen ist Gegenstand des Unterrichts. Dieser grundlegende Zusammenhang wird von den Autoren des Bandes unter verschiedenen Aspekten entfaltet. Damit wollen sie zugleich an Jürgen-Eckardt Pleines erinnern, der die philosophische Fundierung der Lehrerbildung immer wieder angemahnt hat.
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Zur Sache der Moral (Stefan Hübsch)

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Die gegenwärtige Debatte um die Notwendigkeit von moralischer Erziehung in der Schule entspringt einem Gefühl des Mangels, das sich aus drei Quellen speist. Die erste Quelle ist der Eindruck, die moderne objektivierende Wissenschaft und die mit ihr einhergehende technische Rationalität hätten ein moralisches Vakuum geschaffen, das sich mit der Verwissenschaftlichung der Unterrichtsinhalte auch auf die Schule ausbreitet: im „wertfreien“ Unterricht spiegele sich die Verantwortungslosigkeit einer Wissenschaft, die sich in der Betrachtung einer rein kausal bestimmten Welt in das Machbare verliebt und dabei vergessen hat, dass man nicht alles, was man kann, auch darf. Die zweite Quelle ist der Eindruck, dass die familiäre Erziehung den Beitrag zur moralischen Erziehung, den man früher von ihr erwarten konnte, heute nicht mehr in dem gewohnten Maße leistet. Die Lehrkräfte sehen sich mehr und mehr gezwungen, über den Unterricht hinaus erzieherisch tätig zu sein, um Fähigkeiten, Orientierungen und Haltungen zu fördern, die für das schulische Zusammenleben und darüber hinaus unverzichtbar sind. Die dritte Quelle für das Gefühl der Notwendigkeit, moralische Erziehung in der Schule stärker zur Geltung bringen zu müssen, sind die Konflikte, die sich aus dem Zusammenstoß unterschiedlicher kultureller Prägungen im Alltag der Schule ergeben. Bedingt durch die Globalisierung und die Internationalisierung des Arbeitsmarktes einerseits, eine defensive oder aggressive Betonung ethnischer oder religiöser Identitäten andererseits, scheinen auch sie nach einer Schule zu rufen, die als moralische Anstalt wirkt.

Unter den Vorschlägen...

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