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Sachlichkeit als Argument

Der Beitrag der Allgemeinen Pädagogik zur Lehrerbildung

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Edited By Jürgen Rekus

Aktuelle Lehrerbildungskonzepte legen den Akzent zunehmend auf personale Kompetenzen und relativieren damit die Bedeutung des Unterrichtsgegenstandes für die Gestaltung von Unterricht. Durchsetzungsvermögen und strategisches Handeln sollen das fehlende sachliche Argument kompensieren. Demgegenüber kann die Allgemeine Pädagogik zeigen, dass es im Unterricht nicht um die Durchsetzung einer Sache, sondern um ihren Geltungsanspruch geht. Diesen prüfen zu lernen ist Gegenstand des Unterrichts. Dieser grundlegende Zusammenhang wird von den Autoren des Bandes unter verschiedenen Aspekten entfaltet. Damit wollen sie zugleich an Jürgen-Eckardt Pleines erinnern, der die philosophische Fundierung der Lehrerbildung immer wieder angemahnt hat.
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Sache und Argument in einem dialogischen Unterricht (Rudi Krawitz)

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„Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt.“ Diesen Satz aus Nietzsches Zarathustra verdanke ich Jürgen Pleines, meinem ersten philosophischen Lehrer (Nietzsche, S. 101). Und ich will mich daran halten und nicht mehr als sein Schüler sprechen.

Und doch möchte ich – als sein ehemaliger Schüler – eine kurze Vorbemerkung machen: Ich begann mein erstes pädagogisches Studium an der damals wohl kleinsten Hochschule Deutschlands, der Pädagogischen Hochschule Lörrach, im Jahr 1967. Hochmotiviert studierte ich im Vorlesungsverzeichnis – so etwas gab es damals noch – die Angebote der einzelnen Fächer. „Pleines: Kants Lehre vom Genie, samstags 10 bis 12 Uhr“. ‚Da muss ich hin, das interessiert mich…‘ Jürgen Pleines lehrte mich danach über sechs Semester, dass Pädagogik als das Praktischwerden der Philosophie verstanden werden kann. Und er führte mich auf eine Spur, die ich danach in allen meinen Qualifikationsarbeiten weiter verfolgen durfte: von den Zulassungsarbeit zu meinen verschiedenen Lehramtsexamen über die Diplom-Arbeit zur Dissertation und Habilitationsschrift: die transzendental-kritische Pädagogik der Petzelt-Schule. Und darüber spreche ich jetzt als ehemaliger Schüler, der längst aus der Vorherrschaft seines verehrten akademischen Lehrers entlassen – emanzipiert – ist.

Jeder Mensch schafft sich seine eigene Welt und sein Weltverständnis in einem zunächst nur subjektiv gültigen individuellen Erkenntnisprozess. Der Einzelne ist dabei als transzendentales Bewusstsein nicht nur Konstrukteur seiner eigenen inneren Realität, sondern auch der äußeren Wirklichkeit, nämlich der Welt der Erscheinungen und der...

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