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Die Eizellspende im deutschen und dänischen Recht

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Johanna Radatz

Die Arbeit erörtert die juristischen Aspekte der Eizellspende in der Reproduktions- und Regenerativmedizin. Sie beginnt mit einer kurzen Darstellung der medizinischen Grundlagen der Eizellspende. Danach wird das Verbot der Eizellspende durch das deutsche Embryonenschutzgesetz anhand der Rechtsgrundlagen des Europarates sowie der geltenden europa- und verfassungsrechtlichen Normen überprüft. Daran schließt sich ein Rechtsvergleich mit der Rechtsordnung Dänemarks an, die einen weitreichenden Gegenentwurf zum deutschen Verbot der Eizellspende darstellt. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse des Rechtsvergleichs wird schließlich ein Gesetzesvorschlag zur zukünftigen Regelung der Eizellspende unterbreitet.
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J. Zusammenfassung

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Die Eizellspende ist insbesondere als Behandlungsmöglichkeit ungewollter Kinderlosigkeit in der Reproduktionsmedizin bedeutsam. Ihre Zulassung wird immer wieder von den Betroffenen gefordert. Beredtes Beispiel für die Aktualität der Debatte ist die kontinuierliche Berichterstattung in den öffentlichen Medien über ungewollte Kinderlosigkeit728. Im Artikel „Was tun bei ungewollter Kinderlosigkeit?“ vom 08.04.2013 aus der ZEIT wird die Zahl ungewollt kinderloser Paare aktuell mit 6 Millionen Menschen beziffert. Diese Ausgangslage und die dringliche Aufforderung der Großen Kammer des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in ihrer Entscheidung S.H./Österreich vom 3.11.2011 an die Konventionsstaaten ihre rechtlichen Rahmenbedingungen in Bezug auf die Eizellspende dem Stand der Forschung anzupassen, sollten Anlass genug für den deutschen Gesetzgeber sein, das Embryonenschutzgesetz zu überarbeiten.

Die Eizellspende ist Behandlungsmethode bei medizinischen Indikationen wie fehlende Ovarien, Gonadendysgenesie, Chromosomenbesonderheiten, Turner-Syndrom, prämaturer Menopause oder chirurgisch entfernten Eierstöcken. Das komplexe Behandlungsverfahren ist für die Empfängerin und insbesondere für die Spenderin der Eizelle mit einigen Risiken verbunden. Hormonhemmer für die Empfängerin und tägliche Hormoninjektionen für die Spenderin gefährden die Gesundheit der Beteiligten zum Teil erheblich. Letztlich weist die Methode allerdings keine maßgeblichen Unterschiede zu dem Verfahren der in vitro Fertilisation auf. Lediglich der Umstand, dass bei der Eizellspende die Spenderin selbst keinen Nutzen aus der Behandlung zieht, macht den Gegensatz zur IVF Behandlung aus. Dort wird die in vitro befruchtete Eizelle der behandelten Frau wieder eingesetzt. Das Verfahren selbst ist ebenso aufwendig und die behandelte Frau...

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