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Linguistik und Kulturwissenschaft

Zu ihrem Verhältnis aus der Perspektive des Faches Deutsch als Fremd- und Zweitsprache und anderer Disziplinen

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Edited By Michael Dobstadt, Christian Fandrych and Renate Riedner

Die Beiträge des vorliegenden Bandes zu einer 2013 am Herder-Institut der Universität Leipzig veranstalteten Tagung dokumentieren Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der linguistischen und kulturwissenschaftlichen Forschung an der Schnittstelle von Sprache und Kultur. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf dem Fach Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Dieses ist von seiner Aufgabenstellung her in besonderer Weise prädestiniert, das Verhältnis von Sprache und Kultur zu reflektieren und mit Blick auf Prozesse des Spracherwerbs und der Sprachvermittlung unter den Bedingungen von Fremd- und Mehrsprachigkeit zu konzeptualisieren.
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Sprache, Kultur, Widerstand – Reflexionen über mehr als einen Zusammenhang und wie man Kultur beobachten kann: Rebecca Zabel

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1.Einleitung

Geht man davon aus, dass der „Austausch von Wissen darüber, ‚wie es ist‘, ‚wie die Welt ist‘, ‚ob es sich mit den Dingen so und so verhält‘ […] ein zentraler Zweck von Sprache überhaupt“ ist (Zifonun et al. 1997, 103) und begreift man Kultur als die Anwendung von Wissensmustern durch Menschen, die dabei ihren Welten und sich selbst Sinn und Bedeutung geben (Reckwitz 2000 und 2008; Hörning 2004; Altmayer 2010), dann sollten theoretische Reflexionen zum Zusammenhang von Sprache und Kultur am Wissens- bzw. am Wissensmusterbegriff ihren Ausgangspunkt nehmen. Anregungen hierfür liefern etwa wissenssoziologisch motivierte Arbeiten, Diskurslinguistik, Argumentationstheorie, aber auch funktionale Grammatikschreibung. In diesem Beitrag möchte ich – qualitativ empirisch fundiert – kulturelle Wissens- bzw. Deutungsmuster als wiederholte und insofern typisierte Sets von impliziten und expliziten Propositionen beschreiben, die sprachlich ihren Ausdruck in prädikativen Zuschreibungen zu Zuschreibungsobjekten finden und Klassifikationen, Kategorisierungen und Differenzsetzungen ermöglichen.

In einem größeren Rahmen, d.h. in meiner Dissertation (Zabel, in Vorbereitung), geht es mir darum zu zeigen, wie Teilnehmende an Interaktionen in Orientierungskursen nach dem Aufenthaltsgesetz als (Lerner-)Subjekte mit eben solchem Wissen umgehen und dabei an in deutscher Sprache geführten Diskursen partizipieren. Dies geschieht mit besonderem Fokus auf Formen und Funktionen von „(Lern-)Widerständen“ und wird anhand von Beobachtungskategorien wie Assertion, Behauptung und Begründung, propositionaler Frage / nicht propositionaler Frage und anderen „sprachlichen Indikatoren“ qualitativ dicht beschrieben. Im vorliegenden Beitrag möchte ich anhand der (theoretischen) Beschreibung von Beobachtungskategorien zur Analyse bzw. Interpretation...

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