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Kommunikative Routinen

Formen, Formeln, Forschungsbereiche- Festschrift zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Irma Hyvärinen

Edited By Leena Kolehmainen, Hartmut E. H. Lenk and Liisa Tiittula

Die Kreativität menschlichen Sprachgebrauchs spielt eine zentrale Rolle in verschiedenen Sprachtheorien. Ergebnisse der Phraseologie- und der Textforschung haben indes gezeigt, dass der alltägliche Sprachgebrauch durch ein hohes Maß an Konventionalität bis hin zur Stereotypie gekennzeichnet ist. Dieser Band vereint 16 Beiträge, die solchen kommunikativen Routinen in verschiedenen Zusammenhängen nachgehen. Untersucht werden Formeln in mittelalterlichen Testamenten ebenso wie Anreden im Drama und Kirchenliedern, die Funktion von Wiederholungen in literarischen Texten und deren Übersetzung, die Vermittlung und Aneignung kommunikativer Formeln im DaF-Unterricht und deren Gebrauch in Pressetexten, Notrufen, Kaufgesprächen sowie Routinen in Tagebüchern und Parlamentsreden.
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Zur Theorie des sprachlichen Stereotyps

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Henrik Nikula

Abstract

Ausgehend von der Beobachtung, dass eine gewisse Verwandtschaft zwischen den Begriffen Stereotyp und Prototyp vorliegt, wird in diesem Beitrag versucht, den Begriff des Stereotyps von dem Prototypenbegriff abzugrenzen. Sowohl Stereotype als auch Prototypen dienen der Orientierung in der Welt. Während aber Prototypen als Bausteine der Wahrnehmung definiert werden, können die Stereotype als eine Art T extbausteine betrachtet werden.

1. Einleitung

Heinemann (1998: 7) schreibt: „Die erstaunliche ,Konzeptkarriere‘ des Begriffs Stereotyp [...] beruht nach meinen Beobachtungen auch auf seiner Produktivität als geronnene, verfestigte, stets wiederholbare und deswegen in der Kommunikation als (Routine-) Formel einsetzbare Sprachform [...].“ Da die Routineformeln zu den Forschungsgebieten der Jubilarin gehören, scheint ein Beitrag zum sprachlichen Stereotyp nicht ganz daneben zu liegen. Es wird aber hier nicht um Routineformeln im engeren Sinne gehen, wie sie etwa in Hyvärinen (2011) definiert werden. Genau wie die Routineformeln stellen aber die Stereotype vorgefertigte Muster dar, die der Erleichterung der Kommunikation dienen. Pümpel- Mader (2010: 67) meint, man habe sich sowohl innerhalb der linguistischen als auch der sozialpsychologischen Stereotypenforschung recht wenig für den theoretischen Hintergrund interessiert, während relativ viele empirische Arbeiten vorlägen.1 In diesem Beitrag werden einige theoretische Aspekte des sprachlichen Stereotyps untersucht, wobei vor allem die Beziehung zwischen den Begriffen „Stereotyp“ und „Prototyp“ im Zentrum stehen wird. Es gibt nämlich eine gewisse Ähnlichkeit, sogar eine Art „Verwandtschaft“ zwischen den beiden Begriffen, was dazu führen kann, dass die notwendige...

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