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Kommunikative Routinen

Formen, Formeln, Forschungsbereiche- Festschrift zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Irma Hyvärinen

Edited By Leena Kolehmainen, Hartmut E. H. Lenk and Liisa Tiittula

Die Kreativität menschlichen Sprachgebrauchs spielt eine zentrale Rolle in verschiedenen Sprachtheorien. Ergebnisse der Phraseologie- und der Textforschung haben indes gezeigt, dass der alltägliche Sprachgebrauch durch ein hohes Maß an Konventionalität bis hin zur Stereotypie gekennzeichnet ist. Dieser Band vereint 16 Beiträge, die solchen kommunikativen Routinen in verschiedenen Zusammenhängen nachgehen. Untersucht werden Formeln in mittelalterlichen Testamenten ebenso wie Anreden im Drama und Kirchenliedern, die Funktion von Wiederholungen in literarischen Texten und deren Übersetzung, die Vermittlung und Aneignung kommunikativer Formeln im DaF-Unterricht und deren Gebrauch in Pressetexten, Notrufen, Kaufgesprächen sowie Routinen in Tagebüchern und Parlamentsreden.
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„Für die menschliche Seele gibt es keine Kleinigkeiten.“ Kommunikative Routinen und Image-Arbeit

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„Für die menschliche Seele gibt es keine Kleinigkeiten“

Kommunikative Routinen und Image-Arbeit

Norbert Richard Wolf

Abstract

In der Alltagssprache bzw. in Alltagstexten begegnen häufig „pragmatische Phraseologismen“ (Hyvärinen 2011), also feste Wendungen, die in bestimmten Situationen mehr oder wenig automatisch verwendet werden. Anhand von Hofmannsthals Lustspiel Der Unbestechliche wird gezeigt, dass solche, allerdings für den jeweiligen Text kreierte (Routine-)Formeln gerade auch in der Literatur vorkommen und hier ganz wesentlich sprachliche Abläufe formen können.

Am 7. März 1840 befasste sich die Philosophische Fakultät der Universität Würzburg mit einem überaus wichtigen Thema, das für die Zukunft der Alma Mater Herbipolensis von grundsätzlicher Bedeutung war. Das Protokoll dieser Sitzung enthält ein Gutachten des Philosophen Franz Hoffmann, worin es heißt (zit. nach Brunner 2013: 287):

Die deutsche Philologie hat in den letzten Decennien so große Fortschritte gemacht, daß keine deutsche Universität dieselbe länger ohne Vertretung und Pflege, soviel an ihnen ist, laßen kann, ohne sich den gerechten Vorwurf einer unverantwortlichen Gleichgültigkeit gegen die edelsten Interessen der Wissenschaft überhaupt und des deutschen Geistes und seiner Geschichte insbesondere zuzuziehen. Um so drückender muß diese Schuld an die Interessen deutscher Wissenschaft und deutscher Art und Kunst überhaupt auf unserer Universität lasten, je mehr bereits an anderen, sogar an den meisten Universitäten Deutschlands, wie Heidelberg, Leipzig, Berlin, Halle, Breslau, Göttingen...

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