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Kommunikative Routinen

Formen, Formeln, Forschungsbereiche- Festschrift zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Irma Hyvärinen

Edited By Leena Kolehmainen, Hartmut E. H. Lenk and Liisa Tiittula

Die Kreativität menschlichen Sprachgebrauchs spielt eine zentrale Rolle in verschiedenen Sprachtheorien. Ergebnisse der Phraseologie- und der Textforschung haben indes gezeigt, dass der alltägliche Sprachgebrauch durch ein hohes Maß an Konventionalität bis hin zur Stereotypie gekennzeichnet ist. Dieser Band vereint 16 Beiträge, die solchen kommunikativen Routinen in verschiedenen Zusammenhängen nachgehen. Untersucht werden Formeln in mittelalterlichen Testamenten ebenso wie Anreden im Drama und Kirchenliedern, die Funktion von Wiederholungen in literarischen Texten und deren Übersetzung, die Vermittlung und Aneignung kommunikativer Formeln im DaF-Unterricht und deren Gebrauch in Pressetexten, Notrufen, Kaufgesprächen sowie Routinen in Tagebüchern und Parlamentsreden.
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Kontrastive Analyse und „Interferenz“ im germanistischen Unterricht

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Ulrike Richter-Vapaatalo

Abstract

Wie bewusst gehen Germanistikstudierende in Finnland mit den Gemeinsamkeiten und den Unterschieden zwischen ihrer Muttersprache und dem Deutschen um? Welche Rolle spielen die früher erworbenen Fremdsprachen Englisch und Schwedisch beim Erwerb, der Verwendung und auch der Vermittlung des Deutschen? Welche Maßstäbe sind anzusetzen nicht nur für die Sprachrichtigkeit, sondern auch für adäquates interkulturelles Handeln und eine gelungene Kommunikation?

Das vorliegende „Plädoyer“ für eine breite Einbeziehung kontrastiver Sprachbetrachtung in den germanistischen Unterricht verknüpft Perspektiven der kontrastiven Linguistik (v.a. für das Sprachenpaar Finnisch-Deutsch), der klassischen Fehleranalyse und des Spracherwerbs (insbesondere der interkulturellen Sprachdidaktik und der Tertiärsprachendidaktik) miteinander. Im Anschluss werden praktische Erfahrungen mit der Didaktisierung von Interferenzphänomenen im universitären Deutschunterricht und ein daraus resultierendes Lehrbuch-Projekt vorgestellt.

1. Perspektiven auf kontrastive Sprachbetrachtung und Interferenz

Wer eine neue Sprache erlernt, dem eröffnet sich eine neue Welt. Dieser wohl als Binsenwahrheit anzusehende Satz enthält eine Dimension, die im (z.B. schulischen) Fremdsprachenunterricht oft vergessen wird: Diese neue Welt sind nicht nur die Länder und Kulturen, die sich über die neue Sprache erschließen lassen, sondern sie steckt auch in der Sprache selbst – in ihrer spezifischen Weise, die Welt zu bezeichnen, zu erklären, zu empfinden.

Die neue Sprache wird jedoch als aufregend „neu“ vor allem dann wahrgenommen, wenn (implizit oder explizit) der Vergleich mit dem Alten und Vertrauten gegeben ist. Der kontrastive Blick...

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