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Kultur und Erziehung in der Waldorfpädagogik

Analyse und Kritik eines anthroposophischen Konzepts interkultureller Bildung

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Mandana Büchele

Im Kontext der Diskussion um Interkulturelle Bildung wird in einer Zusammenhangsanalyse systematisch untersucht, ob und wie sich die Waldorfpädagogik / Anthroposophie Rudolf Steiners grundsätzlich für das Unterrichten und Erziehen in kultureller Vielfalt eignet. Auf dieser Basis wird das Verhältnis von Kultur und Erziehung neu bestimmt und ein transkulturelles Bildungskonzept entfaltet, das Orientierungen für die Gestaltung pädagogischer Praxis in multikulturellen Kontexten bietet.
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1. Einleitung: Kulturelle Diversität als Herausforderung für die Pädagogik

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1.  Einleitung: Kulturelle Diversität als Herausforderung für die Pädagogik

Interkulturelle Pädagogik ist nicht erst seit den von der empirischen Bildungsfor-schung (z. B. OECD PISA-Studien 2000, 2003) attestierten ‚migrationsbedingten Disparitäten‘ im deutschen Bildungssystem zur Jahrtausendwende und auch nicht erst seit der ausdrücklichen Empfehlung der Kultusministerkonferenz (KMK) für ‚Interkulturelle Bildung und Erziehung in der Schule‘ (1994) ein zentrales und viel diskutiertes Anliegen von Bildungspolitikern, Schulen und Pädagogen in einer pluralistischen Gesellschaft wie der Bundesrepublik Deutschland. Im Kern geht es bei den bildungspolitischen Diskussionen um das Problem der Realisierung von Chancengleichheit zwischen Heranwachsenden deutscher und nicht-deutscher Herkunft. Denn trotz jahrzehntelanger Diskussionen weist das deutsche Schulsystem auch heute noch Defizite im Umgang mit Heterogenität und sprachlich-kultureller Vielfalt auf. Seit einiger Zeit dominiert die Zielvorstellung, den tendenziell selektiven Charakter des dreigegliederten Schulsystems durch die Gründung von (integrativen) Gemeinschaftsschulen aufzuheben, in der Hoffnung, das ‚Migrationsproblem‘ dadurch zu lösen.

Seitens wissenschaftlicher Pädagogik hatte das Phänomen der Heterogenität und die Suche nach interkulturellen Bildungskonzepten in den 1970er Jahren die Etablierung einer spezifischen neuen Fachdisziplin zur Folge, die Interkulturelle Pädagogik. In den letzten 50 Jahren entwickelten sich aus dieser kontroverse Konzepte und Programme, die selten einen kategorialen Bezugsrahmen bzw. einen Grundkonsens erkennen ließen und bis heute keine überzeugende Lösung offerieren können.

Überblickt man diese Situation, so bemerkt man, dass die freien Schulen bei der Suche nach Lösungsansätzen für das Lehren und Lernen...

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