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Kultur und Erziehung in der Waldorfpädagogik

Analyse und Kritik eines anthroposophischen Konzepts interkultureller Bildung

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Mandana Büchele

Im Kontext der Diskussion um Interkulturelle Bildung wird in einer Zusammenhangsanalyse systematisch untersucht, ob und wie sich die Waldorfpädagogik / Anthroposophie Rudolf Steiners grundsätzlich für das Unterrichten und Erziehen in kultureller Vielfalt eignet. Auf dieser Basis wird das Verhältnis von Kultur und Erziehung neu bestimmt und ein transkulturelles Bildungskonzept entfaltet, das Orientierungen für die Gestaltung pädagogischer Praxis in multikulturellen Kontexten bietet.
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2. Zur Methodologie der Forschungsarbeit

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2.  Zur Methodologie der Forschungsarbeit

Die wissenschaftliche Pädagogik hat zeitlich versetzt auf die gesellschaftlichen und schulpolitischen Herausforderungen einer sprachlich und kulturell heterogenen Schülerschaft reagiert. Infolgedessen wird dem deutschen Schulsystem seitens internationaler Vergleichsstudien und empirischer Bildungsforschung ein schlechtes Zeugnis für die Realisierung von Chancengleichheit zwischen Kindern und Jugendlichen deutscher und nicht-deutscher Herkunft ausgestellt. Das Unterrichten und Erziehen im Kontext kultureller Vielfalt weist trotz jahrzehntelanger Diskussionen auch heute noch Defizite im Umgang mit Heterogenität auf, was zum einen schulpolitische Gründe hat, zum anderen aber auf einen Mangel an Vorbereitung auf die Thematik in der Lehrerausbildung zurückzuführen ist. Durch die Schlussfolgerung, dass das deutsche staatliche Schulwesen in dieser Hinsicht weiterhin mit ‚Problemen‘ zu kämpfen hat und auch die verschiedenen theoretischen Konzepte für Interkulturelle Pädagogik noch immer keine adäquaten Lösungen offerieren, empfiehlt sich ein Blick über den ‚Tellerrand‘. Im Speziellen auf Schulen außerhalb des staatlichen Schulwesens, deren Konzepte nicht im Blickwinkel der empirischen Bildungsforscher liegen.

Bei dieser Suche fällt der Blick auf die Waldorfschulen, da diese eines der größten Netzwerke freier Schulen in Deutschland darstellen (mehr als 230 Schulen allein in Deutschland) und für ihre Alternativpädagogik bekannt sind. Zugegeben erscheint dieser Vorschlag auf den ersten Blick nicht ganz offensichtlich. Sind die Waldorfschulen doch öffentlich für eine bildungsnahe, bürgerlich-privilegierte deutsche Klientel und für bestimmte, mit dem Status einer Privatschule einhergehende, Selektionsmechanismen und weniger für die Thematisierung von kulturell-sprachlicher Pluralität...

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