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Kultur und Erziehung in der Waldorfpädagogik

Analyse und Kritik eines anthroposophischen Konzepts interkultureller Bildung

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Mandana Büchele

Im Kontext der Diskussion um Interkulturelle Bildung wird in einer Zusammenhangsanalyse systematisch untersucht, ob und wie sich die Waldorfpädagogik / Anthroposophie Rudolf Steiners grundsätzlich für das Unterrichten und Erziehen in kultureller Vielfalt eignet. Auf dieser Basis wird das Verhältnis von Kultur und Erziehung neu bestimmt und ein transkulturelles Bildungskonzept entfaltet, das Orientierungen für die Gestaltung pädagogischer Praxis in multikulturellen Kontexten bietet.
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3. Systematisierung des Diskursraums um Interkulturelle Pädagogik

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3.  Systematisierung des Diskursraums um Interkulturelle Pädagogik

Seit der gesellschaftlich zu beobachtenden Zunahme kultureller Vielfalt in Deutschland im Zusammenhang mit der Gastarbeiterbewegung der Nachkriegszeit des 20. Jahrhunderts wird bildungspolitisch diskutiert, wie Schüler ausländischer Herkunft in das deutsche Schulsystem integriert bzw. zumindest nicht benachteiligt werden können und in welcher Weise die gesellschaftliche Kulturenvielfalt im Schulalltag berücksichtigt werden soll. Konjunkturen bestimmter Diskurse und Konzepte hängen dabei mit gesellschaftspolitischen Entwicklungen zusammen, vor allem mit wandelnden Forderungen der Integrationspolitik (vgl. Kapitel 1). Seitens wissenschaftlicher Pädagogik hatte das Phänomen der Kulturbegegnung65 und die Frage nach interkulturellen Bildungskonzepten einerseits die Etablierung eines spezifischen neuen Fachbereichs zur Folge, andererseits die Erkenntnis der Notwendigkeit einer fortwährenden Reflexion pädagogischer Theorie und Praxis hinsichtlich des Pluralität-Prinzips und des Themas der Heterogenität und Kulturbegegnung im deutschen Bildungswesen (vgl. 1.2). Dabei stellten sich in den letzten 50 Jahren kontroverse Konzepte Interkultureller Pädagogik heraus, die wenig theoretisch begründet sind und selten einen kategorialen Bezugsrahmen in der Binnendiskussion erkennen lassen. Befragt man bisherige Konzepte Interkultureller Pädagogik nach dem eigentlichen pädagogischen Problem der Diversität, so erhält man je nach kulturanthropologischer oder bildungstheoretischer Position andere Antworten und Lösungsvorschläge. Mit Recht kann man also bei der Reflexion des Diskursraums der Interkulturellen Pädagogik heute noch von einer Identitätskrise (vgl. JUNGMANN 1995: 11) sprechen, die aufgrund der vielseitigen, teilweise konträren Forderungen, Konzepte und Legitimationen keinen ← 61 | 62 → „problemstrukturierten Basiskonsens“ (ebd.: 221) aufweisen. Bisherige Systematisierungsversuche...

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