Show Less
Restricted access

Die Aufgabendelegation an die Handwerkskammern als wirkungsorientierte Verwaltungsführung

Series:

Nicole S. Blinn

Das System der funktionalen Selbstverwaltung wird am Beispiel der Handwerkskammern in die aktuelle Diskussion einer wirkungsorientierten Verwaltungsführung eingeordnet. Dabei werden die Funktionen der Handwerkskammern und die ihr innewohnenden Steuerungsmöglichkeiten kritisch vor dem Hintergrund der Übertragung neuer Aufgaben an die Kammern betrachtet. Es zeigt sich in geradezu paradigmatischer Art und Weise die Verschränkung gesellschaftlicher, beruflicher und sozialer Interessen mit staatlichen Formen und Funktionen in der traditionellen Form der wirtschaftlichen Selbstverwaltung durch Körperschaften des öffentlichen Rechts.
Show Summary Details
Restricted access

5. Kapitel Erweiterungen des Aufgabenbereichs der Hand-­ werkskammer an Beispielen

Extract

← 126 | 127 → 5.Kapitel Erweiterungen des Aufgabenbereichs der Handwerkskammer an Beispielen

Im folgenden Kapitel werden einige aktuell erfolgte oder während der letz-­ten Jahre als umsetzbar in Betracht gezogene Aufgabendelegationen auf die Handwerkskammer diskutiert. Maßgeblicher Aspekt der Betrachtung wird zum einen die Perspektive einer wirkungsorientierten Verwaltungsführung und zum anderen die Darstellung und Erörterung der rechtlichen Umsetzbarkeit der Aufgabendelegation sein. Dieser Begutachtung wird eine kurze Gesamtschau der Modalitäten der Aufgabendelegation vorangestellt, die die rechtlichen Anforderungen, Möglichkeiten, aber auch Grenzen der Erweiterung des Aufgabenbereichs vor dem Hintergrund der Handwerkskammer als funktionaler Selbstverwaltungsträger noch einmal verdeutlicht.

I.Modalitäten der Erweiterung des Aufgabenbereichs

Das Leitbild der Selbstverwaltung ist durch freiwillige Selbstverwaltungsaufgaben geprägt, bei denen der Selbstverwaltungsträger sowohl über das „Ob“ als auch über das „Wie“ der Aufgabenwahrnehmung eigenverantwortlich entscheidet. Lenkt man den Blick auf die rechtliche Praxis, so ist diese jedoch durch die Zunahme pflichtiger Selbstverwaltungsaufgaben und Auftragsangelegenheiten bestimmt. Es ist jedoch kein Widerspruch zum Selbstverwaltungsgedanken, wenn zahlreiche Kernaufgaben der Kammer als pflichtige Selbstverwaltungsaufgaben ausgestaltet sind, denn die Kammer ist ausdrücklich zur Wahrnehmung bestimmter Selbstverwaltungsaufgaben errichtet worden.

Wie tief die gesetzliche Aufgabenzuweisung auf das Selbstverwaltungsrecht einwirkt und einwirken darf, hängt zunächst von der genauen Untersuchung der zu delegierenden Aufgabe ab. Die Regelung, die die zusätzliche Aufgabe übertragen soll, muss analysiert werden. Dies erfolgt durch das klassische Instrument der Auslegung, durch das untersucht wird, „ob durch die Übertragung weiterer Aufgabe nur die Verbandskompetenz des §90...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.