Show Less
Restricted access

Raum und Zeit im Kontext der Metapher

Korpuslinguistische Studien zu französischen und spanischen Raum-Zeit-Lexemen und Raum-Zeit-Lokutionen

Series:

Kathleen Plötner

Die Studie setzt sich mit der oftmals als metaphorisch bezeichneten Verbindung zwischen Raum und Zeit auseinander. Nach der Klassifizierung unterschiedlicher Metapherarten rückt die Autorin die Frage nach der Existenz von Raum-Zeit-Metaphern in den Fokus der Untersuchung. Die Arbeit beinhaltet eine Darstellung von sprachlichen Elementen des Raumes und von Mitteln zum Ausdruck der Temporalität. Es wird ein Überblick über den aktuellen Gebrauch ausgewählter raumzeitlicher Präpositionen und Adjektive im Französischen und Spanischen und ein Einblick in deren diachrone Entwicklung gegeben. Die Autorin verknüpft korpusbasierte, linguistische Analysen mit kognitionslinguistischen und philosophischen Erkenntnissen über das Raum- und Zeitkonzept.
Show Summary Details
Restricted access

2 Zur Terminologie dieser Arbeit

Extract



In diesem Kapitel geht es vorrangig darum die Begriffe, mit denen in der kognitiven Linguistik bzw. kognitiven Semantik operiert wird (dazu zählen u.a. Konzept, Kategorie, Lexem und Sem) zu klären und deren für diese Arbeit relevanten Definitionen herauszuarbeiten. Ferner werden die gängigen Theorien zum Erwerb und zur Strukturierung von Kategorien dargestellt und mögliche Visualisierungen, die in sprachlichen Analysen und mit Hinblick auf das Zeitkonzept angewandt werden können, besprochen.

2.1 Was ist Kognitionslinguistik?

Hinter dem Terminus Kognitionslinguistik oder kognitive Linguistik verbirgt sich die Vorstellung, dass man durch die Erforschung der Sprache zu menschlichen Denk- und Kognitionsprozessen durchdringen kann, denn Sprache ist „la meilleure fenêtre ouverte sur notre conceptualisation du monde“ (Vandeloise 1991a: 97). Den größten Bereich der Kognitionslinguistik nimmt die kognitive Semantik ein, zu der auch diese Arbeit gezählt wird und die sich aus dem Zweifel heraus entwickelt hat, ob „eine rein linguistische Analyse [Merkmalsanalyse] der tatsächlichen Verwendung der Wörter durch den Sprecher gerecht zu werden vermag“, denn oft „deckt [man] damit nur einen verschwindend kleinen Teil der tatsächlichen Oppositionen der Sprache ab“ (Radatz 2001: 76). Lakoff (1990: 67) sagt: „linguistic categories have the same character as other conceptual categories“; diese Aussage muss aber mit Vorsicht rezipiert werden, denn Lakoff tendiert dazu, den sprachlichen Anteil auf quasi null zu reduzieren. Es ist notwendig zwischen sprachlichen und kognitiven Kategorien5 zu unterscheiden. Saussure & Sthioul (1998 : 67) schreiben hierzu: „La langue n’est pas toute la...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.