Show Less
Restricted access

Literatur und Zeitgeschichte

Zwischen Historisierung und Musealisierung

Series:

Edited By Janusz Golec and Irmela von der Lühe

Im Rahmen eines polnischen-deutschen Forschungsprojekts fragen die Beiträge dieses Bandes nach literarischen Strategien im Umgang mit der Zeitgeschichte. Historisierung und Musealisierung bezeichnen dabei zwei von mehreren Möglichkeiten, die in Texten der deutschsprachigen und der polnischen Literatur seit dem 19. Jahrhundert ausgemacht werden können. Im Zentrum dieses Bandes stehen die historisch-politischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts, die gewaltsamen Grenzverschiebungen im Zusammenhang mit dem Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie die Erinnerung an diese Ereignisse in literarischen Texten des 20. Jahrhunderts.
Show Summary Details
Restricted access

„Geschichte in der Nussschale“: Auffassungen der Geschichte in der deutschen Lyrik der Bukowina

Extract



Petro Rychlo

Vor etwa 2000 Jahren formulierte der große römische Redner Cicero in seiner Schrift De Oratore die geflügelten Worte: „Historia magistra vitae“. Seitdem gilt dieser Aphorismus als ein unbestrittenes Axiom. Es ist allerdings sehr zweifelhaft, ob die Geschichte für die Menschheit wirklich lehrhaft sein kann. Um diese Funktion jedoch zu erfüllen, muss sie immer wieder überliefert werden, und das ist nur dank der Geschichtsschreibung möglich. Überlassen wir den Berufshistorikern die Erforschung überlieferter Akten, Urkunden, Dokumenten und Chroniken. Wie spiegelt sich aber die Geschichte in literarischen Werken wider? Wie ist dabei das Verhältnis zwischen den realen historischen Tatsachen und ihren künstlerischen Darstellungen? In welchen literarischen Gattungen kommt das zustande?

Es gibt mittlerweile einige literaturtheoretische Begriffe, die diesen verwickelten Komplex auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen versuchen. Einer dieser Begriffe heißt Geschichtsdichtung.

Die Geschichtsdichtung zeigt, – so Gero von Wilpert in seinem Sachwörterbuch der Literatur, – soweit nicht ein oberflächlich historisierendes Gewand der ‚bildenden‘ Unterhaltungsliteratur als Umkleidung dient, an historischen Stoffen wie Kulturbildern, Ereignissen, und besonders Persönlichkeiten (beliebt wegen konzentrierter Thematik) Wesen und Wirkung der geschichtlichen Kräfte in Entfaltung und Ablauf und bedient sich besonders des historischen Dramas und historischen Romans1.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.