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Kulturbau

Aufräumen, Ausräumen, Einräumen

Series:

Peter Hanenberg, Isabel Capeloa Gil and Filomena Viana Guarda

«Kulturbau – Aufräumen, Ausräumen, Einräumen» ist ein provozierender Titel: Er überblendet die Vorstellung von Kultur mit dem Aspekt des Konstruktiven und dem der radikalen Veränderung. Dieser Band versteht sich aber weniger als eine Provokation denn als eine Einladung: nachzudenken darüber, welche Fragen und Perspektiven heute in der Arbeit am «Kulturbau» in den Vordergrund zu stellen sind, welche wenig weiterhelfen und welche neu formuliert werden müssen. Das Buch hat ein doppeltes Anliegen: Es reflektiert die Möglichkeiten und Grenzen einer sich wandelnden Germanistik und erarbeitet zugleich den Nachweis einer analytischen und wissenschaftlichen Kompetenz, die weit über die klassischen Arbeitsfelder des Faches hinausreicht.
Inhalt: Irmgard Ackermann: Mehrkulturelle Literatur als Herausforderung für die Komparatistik – Hans-Christoph Graf v. Nayhauss: Religion als Lebensmotivation oder Hindernis bei der Annäherung an fremde Kulturen am Beispiel von Mircea Eliades Indischem Tagebuch – Britta Benert: Vielsprachige Autoren gestern und heute, Gefangene im Zwischenland? – Maria E. Brunner: Mimikry und Transkulturalität: E. S. Özdamars Werk – Simela Delianidou: Postmoderne hybride Literatur: hybride Identitäten und ‘hybrides Schreiben’ in Thalia Andronis’ Erzählung Mira-Mare. Emanzipation von der so genannten ‘Migrantenliteratur’ – Maria de Fátima Gil: Gago Coutinho und Stefan Zweigs Magellan – Dolors Sabaté Planes: Die literarische Produktivität des internen Anderen am Beispiel Gertrud Kolmars – Isabel Hernández: Auf der Suche nach dem Paradies: Brasilien als Paradigma des verheißenen Landes in den Romanen von Eveline Hasler Ibicaba. Das Paradies in den Köpfen (1985) und Nélida Piñon A república dos sonhos (1984) – Helmut Glück: Sprachbau: Ausschreitungen und Übersetzungen Sprachraum Mitteleuropa: Säle und Hallen, Kammern und Nischen – Maria Clotilde Almeida: «Tu também fazes parte deste mundo»: «language crossing» aus kognitiver Sicht – Maria António Hörster/Maria Francisca Athayde: Zur Übersetzung von deutschen Adjektivstrukturen ins Portugiesische. Mit Beispielen aus modernen literarischen Texten – Ângela Costa/Erwin Koller/Dorit Schuller/Hans-Benno Wech: Die nordwestiberische Dinkelkultur - Kulturelles Erbe der Sueben? Genetische Überprüfung einer kulturwissenschaftlichen Hypothese – José Javier Martos Ramos: Missverständnisse im Alltagsgespräch – Fernando Ribeiro: Von der Idee: Kultur – Maria João Cordeiro: Konstrukte einer imaginären Geographie in der deutschen Reiseführer-Literatur am Beispiel Portugals – Ana Maria Bernardo: Übersetzung in einem globalisierten Umfeld – Carmen Schier: Eingeräumt: Interdisziplinäre Inhalte im universitären Sprach- und Landeskundeunterricht. Beispiel: Zeit als Kulturthema – Clarisse Costa Afonso: Kulturkompetenz in der Ausbildung der Sprachlehrer: «Aufräumen» oder «Ausräumen»? – Gerald Bär: Ausprägungen des «chronischen Dualismus»: Von Ginkgoblättern und Koppelzwillingen zum Clone und Avatar – Katerina Karakassi: Die entsetzlichen Bildnisse. Anmerkungen zu E.T.A. Hoffmanns «Die Elixiere des Teufels» – Anabela Mendes: «Die sengende Sonne verströmt ihre Hitzestrahlen», während die Schlange als Schlüsselbewahrerin meines Zimmers 59 im Palace-Hotel Santa Fé ruht. Erfahrung und anthropologischer Diskurs bei Wassily Kandinsky und Aby M. Warburg – Cristina Jarillot Rodal: Der deutsche literarische Kanon kannibalisiert oder wie uns ein senegalesischer Filmregisseur Dürrenmatt verdaut zurückgibt – Gabriela Fragoso: Daniel Kehlmanns Die Vermessung der Welt (2005) als literarische Entmythisierung von wissenschaftlichen Mythen – Rosa Marta Gómez Pato: Ilse Aichingers neue Sprachräume – Claudia Breitbarth: Das mehrdimensionale Spiel mit Authentizitäts- und Historizitätsfiktion in Raoul Schrotts Prosawerken – Theo Elm: Anpassung und Ausgleich. Literatur in der Internet-Kultur – Gonçalo Vilas-Boas: Die langsame Aufräumungsarbeit in Schweizer Detektivromanen: Werner Schmidli und Hansjörg Schneider – Steffen Richter: Verbrechen kartieren. Raummodelle des Kriminalromans – José António C. Santos: Kultur und Utopie: Der Mythos des «Neuen Menschen» im Frühwerk von Ernst Jünger – Boris Dudaš: Entfernung von der Truppe. Heinrich Bölls Unbehagen an der Kultur – Júlia Garraio: Gegen die Transfiguration der Vergewaltigung: