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Das Auge kann hören – das Ohr kann sehen

Zur Geschichte mittelalterlicher Sozialisation und Literalität vor der Erfindung des Buchdrucks 1450

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Cordula Fink-Schürmann

Im Fokus dieser Untersuchung steht die Rekonstruktion mittelalterlicher Bildungsverhältnisse. Im Rückgriff auf die Sozialisationstheorie von Urie Bronfenbrenner und in der Integration unterschiedlichster Forschungsergebnisse aus verschiedenen geisteswissenschaftlichen Disziplinen ergibt sich das Bild einer mittelalterlichen Gesellschaft, der Lesen und Schreiben sowie andere Formen von Bildung sehr viel vertrauter waren, als das Bild vom finsteren, illiteralen Mittelalter glauben macht. Insbesondere der mittelalterliche adlige Edukand ist eingesponnen in ein gesellschaftliches System, das ihm den Zugang zu Schriftlichkeit nahelegt und ermöglicht. Ohne diese Sozialisationsbedingungen wäre die Geschichte des Buchdrucks unvollständig.
Aus dem Inhalt: Neue Medien und die Instrumentalisierung des Mittelalters – Mittelalterliche Sozialisation und historische Bildungsforschung: Definitionen, Desiderate und Lösungsansätze – Das Exosystem des ritterlich-höfischen Edukanden: laikal-klerikale Vernetzung und das Interesse an Literalität – Die Bildungseinrichtungen von Kirche, Stadt und Universität als Mesosysteme des höfischen Edukanden – Die unmittelbare Umgebung der ritterlich-höfischen Edukanden: Ritter, Hof und literale Frauen als Meso- und Mikrosysteme – Mittelalterliche Kindheit und Puertitia – Theorie und Praxis.