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Unter dem «bürgerlichen Wertehimmel»

Untersuchungen zur kulturgeschichtlichen Erzählprosa von Wilhelm Heinrich Riehl

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Jerzy Kalazny

Im Mittelpunkt dieser Studie steht die kulturgeschichtliche Novellistik von Wilhelm Heinrich Riehl. Riehl gehörte um die Mitte des 19. Jahrhunderts zu den populärsten «Konstrukteuren» der deutschen nationalen Identität. Solche Werte, wie «Haus», «Familie», «Religion» und «Sitte» sind Bestandteile eines Systems von orientierunggebenden und ordnungschaffenden Sinndeutungen und Verhaltensweisen, welches Riehl in seiner wissenschaftlichen und fiktionalen Prosa entwickelte. Mit seinem Identitätsangebot wollte er der Verunsicherung und Orientierungslosigkeit des deutschen Bürgertums abhelfen, die es durch die Modernisierungsschübe um die Jahrhundertmitte und im Zuge der Reichsgründung 1870/71 erlebte. Riehls Novellen blieben bis weit ins 20. Jahrhundert hinein wirksam.
Aus dem Inhalt: Kulturgeschichtliche Novellistik des 19. Jahrhunderts – Bürgerliche Werte, wie «Haus», «Familie», Religion», «Sitte» – Bürgerliche Tugenden – Nationale Identitätsbildung im 19. Jahrhundert – Arbeit und Sitte als soziale Integrationskräfte im Riehlschen «ganzen Haus».