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Bettler in der europäischen Stadt der Moderne

Zwischen Barmherzigkeit, Repression und Sozialreform

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Beate Althammer

Das Betteln war bis ins 20. Jahrhundert hinein ein weitverbreitetes Phänomen in Europa, trotz aller Bemühungen um seine Unterbindung seit dem ausgehenden Mittelalter. Die Geschichtsschreibung hat das Fortleben der individuellen Gabenbitte im Zeitalter der Industrialisierung, der Urbanisierung und des entstehenden Sozialstaats bisher allerdings wenig beachtet. Wer waren die Bettler der Moderne, und wie reagierte die Gesellschaft auf sie? Dieser Band versammelt acht historische Fallstudien zu europäischen Städten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts – Oxford, St. Petersburg, Athen, Rom, Wien, Berlin, Aachen und Düsseldorf. Eingerahmt werden sie durch einen Überblick über die Forschung zur Frühen Neuzeit sowie einen auf ethnologischer Feldforschung basierenden Beitrag zur Gegenwart.
Aus dem Inhalt: Beate Althammer: Einleitung – Helmut Bräuer: Bettler in frühneuzeitlichen Städten Mitteleuropas – Richard Dyson/Steven King: «The streets are paved with idle beggars»: Experiences and perceptions of beggars in nineteenth century Oxford – Hubertus Jahn: Das St. Petersburger Bettlerkomitee, 1837-1917 – Vassiliki Theodorou: Einstellungen und Praktiken gegenüber der Bettelei in Athen und Piräus: Kontinuitäten und Brüche während des 19. Jahrhunderts – Taina Syrjämaa: Talking about beggars. Nineteenth-century perspectives on Roman poverty – Beate Althammer: Bettler in rheinischen Städten des 19. Jahrhunderts - Aachen und Düsseldorf – Bettina Hitzer: Arbeiter- und Frauenkolonien für die Reichshauptstadt Berlin? Protestantische Obdachlosenfürsorge im Kontext urbaner Sozialpolitik um 1900 – Astrid Mignon Kirchhof: Die evangelische Bahnhofsfürsorge im Berlin der 1920er und 1930er Jahre – Sigrid Wadauer: Betteln - Arbeit - Arbeitsscheu (Wien 1918-1938) – Maria Kudryavtseva: Bettler in St. Petersburg am Ende des 20. Jahrhunderts. Einige Porträts.