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Historiographie zwischen Mythologie und Ideologie

Zur Geschichtsschreibung des Mittelalters und zu einigen Formen der Geschichtsdichtung der Neuzeit

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Heidi Beutin and Wolfgang Beutin

Bereits im Hochmittelalter war die Erkenntnis vorhanden: Der Wahrheit, der «via veritatis» sei die Geschichtsschreibung verpflichtet (Helmold von Bosau). Dennoch bewahrte diese damals sowie in den Folgejahrhunderten mythologische Einsprengsel in Fülle. In der Moderne entstanden mit neueren Mythen und neuen Ideologien Gedankenverknüpfungen, die dazu dienten, die Ziele zu verschleiern oder aggressiv zu überhöhen, die von führenden Interessenvertretern im Reich erstrebt wurden. Mythen und Ideologisches hefteten sich seit alters gern an Gestalten und Ereignisse der Geschichte Norddeutschlands. Daher überwiegen in den Anfangskapiteln der Untersuchung nicht zufällig die ‘norddeutschen’ Themen und Motive. Mit den späteren Kapiteln – über Dantes Geschichtssicht, über die Theorie des historischen Romans im Vormärz, über die Darstellung des 15. Jahrhunderts und der historischen Persönlichkeit des Jan Hus in einem Geschichtsroman des 19. Jahrhunderts sowie über Werke der Geschichtsbelletristik im Kaiserreich und in der Bundesrepublik (u. a. auch mit der Thematik der Revolution von 1848) – wird das norddeutsche Terrain verlassen, um das größere deutsche und europäische zu betreten.
Aus dem Inhalt: Das mittelalterliche Norddeutschland in der Geschichtsschreibung – Sächsische Historiographie bis zum Hochmittelalter – Römischer Kaiser und Papst in Dantes Geschichtsbild – Zur Theorie des historischen Romans im Vormärz – Das 15. Jahrhundert und Jan Hus – 1848 in der Sicht von Hans Blum (Sohn von Robert Blum) – Geschichtsdichtung der Gegenwart als Gegenwartsbeschimpfung und Geschichtsklitterung.