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Metaphorische Konzepte im Deutschen und im Indonesischen

Herz, Leber, Kopf, Auge und Hand

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Poppy Siahaan

Wenn im Deutschen davon die Rede ist, dass jemandem das Herz gebrochen wurde, dann meint der Indonesier das Gleiche, indem er sagt, jemandem wurde die Leber gebrochen. Ein weiteres Beispiel: Für den Deutschen ist es klar, dass man mit dem Kopf nachdenkt, während der Indonesier ganz selbstverständlich in der Leber nachdenkt. Woher kommt dieses unterschiedliche Verständnis über den Sitz der Gefühle und der Gedanken? Wie haben sich in den beiden Kulturen diese Auffassungen manifestiert? In ihrer vergleichenden (quantitativen und qualitativen) Analyse geht die Autorin diesen Fragen nach und untersucht, wie Menschen unterschiedlicher Kulturkreise und geschichtlicher Hintergründe dieselben konkreten Körperteile in ihrer jeweiligen Sprache konzeptualisieren. Die empirisch gestützte Arbeit beschäftigt sich mit Körperteilen bzw. Organen, die beim Verständnis abstrakter Konzepte, wie Gefühl, Gedanke, kultureller bzw. moralischer Werte oder räumlicher Orientierung, eine zentrale Rolle spielen. Die Autorin kommt unter anderem zu dem Schluss, dass die kulturspezifischen Körpermodelle einen stärkeren Einfluss auf unser Verständnis ausüben als die allgemeinen kognitiven Prinzipien.
Aus dem Inhalt: Metapher – Metonymie – Kognitive Linguistik – Deutsch – Indonesisch – Konzeptualisierung von Herz, Leber (hati), Kopf (kepala) und Hand (tangan) – Kulturelle Modelle – Embodiment – Liverdivination – Lebensseele.