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«...ein Volk von alters her musikbegabt»

Der Begriff «Musikland Österreich» im Ständestaat

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Anita Mayer-Hirzberger

Österreich gilt bis heute als «Land der Musik». Dieses Klischee hat Tradition und wurde bereits in der ausgehenden Monarchie kulturpolitisch verwendet, um die Besonderheit des Landes und seiner Bevölkerung zu unterstreichen. In dieser Arbeit sollen Mechanismen der ideologischen Beeinflussung der Bevölkerung zur Zeit des österreichischen Ständestaates aufgezeigt werden. Die politischen Umstände lassen diese Periode zu einem besonders guten Beispiel für diese Manipulation werden. Es handelte sich um eine jener Krisenzeiten, in denen die angebliche musikalische Besonderheit als ein außerordentliches Merkmal der Differenzierung verwendet und entsprechend verstärkt ausgenutzt wurde, was im Abschnitt zur Kulturpolitik gezeigt werden soll. Ein weiterer Aspekt ist die Analyse der zu diesem Zweck verbreiteten Musikgeschichtsbilder. Sie dienten vor allem als Anschauungsobjekt des damals kolportierten «wahren Österreichertums». Musiker, Komponisten und deren Musik wurden dem damals vielzitierten Ideal des «österreichischen Menschen» angepasst. Dabei kommt deutlich die damalige Diskussion um das «österreichische Wesen» zum Ausdruck, das unterschiedlich aufgefasst wurde.
Aus dem Inhalt: «Musikland Österreich» – Die Bedeutung des Begriffs in der ständestaatlichen Kulturpolitik – Adressaten der ständestaatlichen Kulturpolitik – Musikgeschichte als Argument – Der «österreichische Mensch» als Leitbild – Die Wurzeln des Österreichertums – Die «musikalischen Ahnherren» - die Zeit der Minnesänger – 1750 - der Ruck in der Musikgeschichte – Die Zeit der Heroen – Der Mythos der österreichischen Sendung - die Auseinandersetzung mit zeitgenössischem Musikschaffen.