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Die Sonderschule als Armenschule

Vom gemeinsamen Unterricht zur Sondererziehung nach Braunschweiger Muster

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Dagmar Hänsel and Hans-Joachim Schwager

Diese Arbeit befasst sich mit den unterschiedlichen Ansätzen zur Bildung von armen und kranken Kindern im 19. Jahrhundert. Den Bemühungen von Georgens und Deinhardt um gemeinsamen Unterricht in einer reformierten Schule werden die Bestrebungen Kielhorns und anderer Sonderpädagogen um Sondererziehung und Fürsorge in einer selbstständigen Sonderschule gegenüber gestellt. Auf der Grundlage zeitgenössischer Quellen wird gezeigt, auf welchen Vorstellungen über die Schule, den Pädagogen und das Kind das bestehende Sonderschulsystem basiert und welchen Interessen es sich als von der allgemeinen Schule abgetrenntes System verdankt. Mit der Arbeit wird das Geschichtsbild der Sonderpädagogik in Frage gestellt und deren Behauptung kritisch hinterfragt, die Sonderschule stelle die bestmögliche Hilfe für Kinder dar, an denen die allgemeine Schule damals wie heute versagt.
Aus dem Inhalt: Kritik sonderpädagogischer Historiographie – Der Anfang: Bildung für alle Kinder – Georgens und die Levana – Unterschiedliche Pestalozzitraditionen – Der Prozess der Sonderung – Psychiatrisierung der Armut – Kielhorn und die Braunschweiger Hilfsklasse – Differente Konzeptionen der Hilfsklasse – Verbindungslinien zur NS-Zeit.