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Emotionen

Beiträge zur 12. Arbeitstagung schwedischer Germanistinnen und Germanisten «Text im Kontext» in Visby 2016

von Frank Thomas Grub (Band-Herausgeber:in) Dessislava Stoeva-Holm (Band-Herausgeber:in)
Konferenzband 292 Seiten
Open Access

Zusammenfassung

Unter dem Rahmenthema «Emotionen» fand am 15./16. April 2016 auf dem Campus Gotland der Universität Uppsala die 12. Arbeitstagung schwedischer Germanistinnen und Germanisten «Text im Kontext» statt. Der vorliegende Band versammelt ausgewählte Beiträge, die in ihrer Vielfalt ein aktuelles Bild der Forschungsansätze und -projekte der Germanistik in Schweden vermitteln. Das Spektrum der Beiträge reicht von der Digitalisierung von Stammbüchern aus fünf Jahrhunderten bis zur Analyse von Metonymien in den Medien, von Fragen des transkulturellen Erzählens bis zu neuen Formen der Literatur im Zeitalter der Digitalisierung. Eine Untersuchung des Zusammenhangs von metasprachlichem Wissen und Grammatikkenntnissen bei schwedischen Deutschschülern rundet den Band ab.
Der Band belegt, dass der Begriff der «Emotionen» sich als geeigneter Ausgangspunkt für den Dialog von Literaturwissenschaft und Sprachwissenschaft erweist; als verbindende Elemente fungieren vor allem kulturwissenschaftliche Ansätze.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Herausgeberangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • Vorwort (Frank Thomas Grub / Dessislava Stoeva-Holm)
  • Eine Reise durch fünf Jahrhunderte. Einblicke in die Stammbuchsammlung der Universitätsbibliothek Uppsala (Daniel Solling)
  • „Endlich seid ihr da!“ Zu Erscheinungsformen von Emotionen in Grammatikbüchern (Barbro Landén)
  • „Da sitzt ein Frosch in meinem Teich.“ Zum historischen Präsens als bildhafte Darstellungsform (Britt-Marie Ek)
  • Herr Prof. Dr. Mustermann oder einfach Max? Titel und Namen in Uppsalienser Dissertationsvorworten (Anders Gustafsson)
  • ‚Böhmen am Meer‘ – ein Raum literarischer Transkulturalität? Zur Aufnahme von Shakespeares „produktive[m] Irrtum“ bei Ingeborg Bachmann, Libuše Moníková und Hans Magnus Enzensberger (Edgar Platen)
  • Zur Konstanz und Inkonstanz von Gefühlen bei Demenz am Beispiel von Martin Suters Roman Small World (Liliana Mitrache)
  • Haben Dandys Gefühle? Ein Vergleich von Texten der Jahrhundertwenden um 1900 und 2000 im Hinblick auf die Darstellung von Emotionen bei Thomas Mann, Stefan Zweig, Christian Kracht und Elke Naters (Bärbel Westphal)
  • Die Finanzkrise in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Analysen zu Erzählstrategien in Texten von Magnusson, Goetz, Kehlmann, Knecht und Lüscher (J. Alexander Bareis)
  • Wenn Emotionen überschäumen. Identitätskonstruktionen in Alina Bronskys Scherbenpark (Corina Löwe)
  • ‚Alle für einen – einer für alle‘. Glück und Unglück in Heinz Helles Der beruhigende Klang von explodierendem Kerosin und Eigentlich müssten wir tanzen (Petra Platen)
  • Unter Strom stehen. Literarisches Erzählen im Zeitalter der Digitalisierung (Maren Eckart / Anneli Fjordevik)
  • „Made by Sweden“. Zu nationalkulturellen Stereotypen am Beispiel der Volvo- und IKEA-Werbung (Christoph Röcklinsberg)
  • „Köln passiert hier täglich“. Metonymien in den Medien (Clarissa Blomqvist)
  • Zum Zusammenhang zwischen metasprachlichem Wissen und Grammatikkenntnissen bei schwedischen Deutschschülern. Eine Studie zur Adjektiv- und Kasusflexion (Camilla Amft)
  • Autorinnen und Autoren
  • Reihenübersicht

Frank Thomas Grub / Dessislava Stoeva-Holm (Hrsg.)

Emotionen

Beiträge zur 12. Arbeitstagung schwedischer
Germanistinnen und Germanisten
Text im Kontext in Visby am 15./16. April 2016

Herausgeberangaben

Frank Thomas Grub ist universitetslektor für Germanistik an der Universität Uppsala. Er forscht unter anderem über die deutschsprachige Literatur des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart sowie über Literatur und Landeskunde in der Lehre des Deutschen als Fremdsprache.

Dessislava Stoeva-Holm ist Professorin für Germanistik an der Universität Uppsala. Aus kultur- und kognitionslinguistischer Perspektive arbeitet sie unter anderem zu Sprache und Emotionen, Lexikologie, Phraseologie und Wortbildung sowie zu Sprache und Beziehungen.

Über das Buch

Unter dem Rahmenthema Emotionen fand am 15./16. April 2016 auf dem Campus Gotland der Universität Uppsala die 12. Arbeitstagung schwedischer Germanistinnen und Germanisten Text im Kontext statt. Der vorliegende Band versammelt ausgewählte Beiträge, die in ihrer Vielfalt ein aktuelles Bild der Forschungsansätze und -projekte der Germanistik in Schweden vermitteln. Das Spektrum der Beiträge reicht von der Digitalisierung von Stammbüchern aus fünf Jahrhunderten bis zur Analyse von Metonymien in den Medien, von Fragen des transkulturellen Erzählens bis zu neuen Formen der Literatur im Zeitalter der Digitalisierung. Eine Untersuchung des Zusammenhangs von metasprachlichem Wissen und Grammatikkenntnissen bei schwedischen Deutschschülern rundet die Publikation ab.

Der Band belegt, dass der Begriff der Emotionen sich als geeigneter Ausgangspunkt für den Dialog von Literaturwissenschaft und Sprachwissenschaft erweist; als verbindende Elemente fungieren vor allem kulturwissenschaftliche Ansätze.

Zitierfähigkeit des eBooks

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Inhaltsverzeichnis

Frank Thomas Grub & Dessislava Stoeva-Holm

Vorwort

Daniel Solling

Eine Reise durch fünf Jahrhunderte. Einblicke in die Stammbuchsammlung der Universitätsbibliothek Uppsala

Barbro Landén

„Endlich seid ihr da!“ Zu Erscheinungsformen von Emotionen in Grammatikbüchern

Britt-Marie Ek

„Da sitzt ein Frosch in meinem Teich.“ Zum historischen Präsens als bildhafte Darstellungsform

Anders Gustafsson

Herr Prof. Dr. Mustermann oder einfach Max? Titel und Namen in Uppsalienser Dissertationsvorworten

Edgar Platen

‚Böhmen am Meer‘ – ein Raum literarischer Transkulturalität? Zur Aufnahme von Shakespeares „produktive[m] Irrtum“ bei Ingeborg Bachmann, Libuše Moníková und Hans Magnus Enzensberger

Liliana Mitrache

Zur Konstanz und Inkonstanz von Gefühlen bei Demenz am Beispiel von Martin Suters Roman Small World

Bärbel Westphal

Haben Dandys Gefühle? Ein Vergleich von Texten der Jahrhundertwenden um 1900 und 2000 im Hinblick auf die Darstellung von Emotionen bei Thomas Mann, Stefan Zweig, Christian Kracht und Elke Naters ←5 | 6→

J. Alexander Bareis

Die Finanzkrise in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Analysen zu Erzählstrategien in Texten von Magnusson, Goetz, Kehlmann, Knecht und Lüscher

Corina Löwe

Wenn Emotionen überschäumen. Identitätskonstruktionen in Alina Bronskys Scherbenpark

Petra Platen

‚Alle für einen – einer für alle‘. Glück und Unglück in Heinz Helles Der beruhigende Klang von explodierendem Kerosin und Eigentlich müssten wir tanzen

Maren Eckart & Anneli Fjordevik

Unter Strom stehen. Literarisches Erzählen im Zeitalter der Digitalisierung

Christoph Röcklinsberg

„Made by Sweden“. Zu nationalkulturellen Stereotypen am Beispiel der Volvo- und IKEA-Werbung

Clarissa Blomqvist

„Köln passiert hier täglich“. Metonymien in den Medien

Camilla Amft

Zum Zusammenhang zwischen metasprachlichem Wissen und Grammatikkenntnissen bei schwedischen Deutschschülern. Eine Studie zur Adjektiv- und Kasusflexion

Autorinnen und Autoren ←6 | 7→

Frank Thomas Grub & Dessislava Stoeva-Holm

Vorwort

Am 15./16. April 2016 fand in Visby auf dem Campus Gotland der Universität Uppsala die 12. Arbeitstagung schwedischer Germanistinnen und Germanisten Text im Kontext statt. Wie in den Jahren zuvor, war und ist der Begriff Arbeitstagung zunächst einmal wörtlich zu verstehen: Text im Kontext ist ein Forum, um laufende Projekte zu präsentieren, konstruktiv zu diskutieren, Ideen auszutauschen und Kooperationen zu initiieren. Insofern versteht sich der vorliegende Band denn auch nicht als Tagungs- oder Konferenzband im Sinne einer mehr oder weniger geschlossenen Dokumentation, sondern als Publikation ausgewählter Beiträge, die zugleich ein aktuelles Bild der germanistischen Forschung in Schweden vermitteln.

Anknüpfend an die Göteborger Tagung von 2014, Visionen und Illusionen, wurde zum zweiten Mal in der Geschichte von Text im Kontext ein Rahmenthema formuliert: Emotionen. Die Beiträgerinnen und Beiträger waren eingeladen, in ihren Vorträgen an dieses Thema anzuknüpfen. Dabei sollte der begriffliche Hintergrund auch dieses Mal nicht als Korsett verstanden werden, sondern als Anregung bzw. Denkfigur, die zugleich dafür geeignet ist, Brücken zwischen Literaturwissenschaft und Sprachwissenschaft zu schlagen. Dabei erwiesen sich kulturwissenschaftliche Ansätze erneut als besonders produktiv, wie auch die Themen und Fragestellungen der Beiträge belegen.

Das Rahmenthema ließ nicht nur Berührungspunkte zwischen den Disziplinen erkennen, sondern führte auch zu neuen Einsichten. Unter anderem deshalb haben wir uns bei der Anordnung der Beiträge gegen eine starre Trennung von Literatur- und Sprachwissenschaft zu Gunsten einer tendenziell chronologischen Reihenfolge im Hinblick auf den jeweiligen Gegenstand entschieden. Ein weiteres Prinzip war das Vorgehen vom eher Allgemeinen zum Besonderen. Deutliche Schwerpunkte liegen auf Analysen der Gegenwartsliteratur und kontrastiven linguistischen Untersuchungen, die zugleich das spezifische Potential einer Germanistik jenseits der deutschen Sprachgrenzen vor Augen führen.

Daniel Solling gibt einen Einblick in die Stammbuchsammlung der Uppsalienser Universitätsbibliothek, die mit ihren 155 Stammbüchern die größte Sammlung dieser Art in Schweden ist. Dabei geht er auch auf Aspekte der Katalogisierung und Digitalisierung von Stammbüchern ein. Solling thematisiert den kulturhistorischen Wert der Stammbücher und illustriert diesen am Beispiel von Stamm←7 | 8→ büchern aus fünf Jahrhunderten; besonderes Augenmerk richtet er auf die Alben von Carl Wilhelm Böttiger (1807–1878) und Ernst Malmberg (1867–1960).

Barbro Landén untersucht, welche sprachlichen Repräsentationen von Emotionen in zwei gängigen Grammatiken der deutschen Sprache zu finden sind und wie diese kategorisiert werden können. Dabei geht sie von Karl Bühlers OrganonModell aus. Das Spektrum der von Landén thematisierten Repräsentationen von Emotionen reicht von einzelnen Gefühlswörtern über morphologische Mittel bis hin zu komplexeren syntaktischen Konstruktionen. Landén macht zugleich auf das Potential von Grammatiklehrbüchern aufmerksam, eben nicht nur Wissen über Grammatik zu vermitteln, sondern auch über den sprachlichen Ausdruck von Emotionen – ein bisher wenig beachteter Aspekt.

Britt-Marie Ek stellt ein Modell für die Verwendung des historischen Präsens im Deutschen vor. Dabei betrachtet sie das historische Präsens als eine Art fiktives Bildsehen. Sie erklärt, dass die Funktion des historischen Präsens darin bestünde, die vom Erzähler beschriebene Szene den Gesprächspartnerinnen und -partnern so vor Augen zu führen, als ob die Beschreibung eines Bildes stattfinden würde. Eks Betrachtungsweise des historischen Präsens im Deutschen ermöglicht es zu erklären, warum dieses Tempus auch für die Beschreibung von Situationen verwendet wird, die nicht durch eine besondere Dramatik gekennzeichnet sind.

Anders Gustafsson widmet sich deutsch-, schwedisch- und englischsprachigen Danksagungen in Vorworten zu Dissertationen, die im schwedischen universitären Kontext in den Jahren 1970–2012 veröffentlicht wurden. Der Fokus liegt dabei auf den Titulierungen. Aus einer vergleichenden Perspektive kann Gustafsson diverse Veränderungen in der Titulierungspraxis erkennen. Auf Deutsch verfasste Danksagungen enthalten Titulierungen, die sich stark an Muster aus dem deutschsprachigen akademischen Kontext anlehnen und somit den schwedischen Entstehungskontext mit seiner spezifischen Titulierungskultur weitgehend ausblenden.

Edgar Platen setzt sich mit dem seit Shakespeares Wintermärchen von 1611 präsenten motivgeschichtlichen Phänomen ‚Böhmen am Meer‘ auseinander. Am Beispiel ausgewählter Texte von Libuše Moníková, Hans Magnus Enzensberger und Ingeborg Bachmann kann er eine wesentliche Dimension dieses Phänomens zeigen: den transkulturellen Europagedanken. In den zwischen 1964 und 1988 publizierten Texten spielt das Verhältnis „von Eingeschlossensein und denkbarer Öffnung“ eine Rolle, wobei die Literatur Möglichkeiten der Öffnung aufzuzeigen vermag.

Liliana Mitrache beschäftigt sich mit Demenz, insbesondere mit den damit einhergehenden Sprachstörungen. Ausgehend von der Funktion des episodischen←8 | 9→ Gedächtnisses beschreibt sie einzelne Phänomene der Demenz und belegt deren literarische Verarbeitungsmöglichkeiten anhand von Zitaten aus Martin Suters Small World (1997). Mitrache zeigt auf diese Weise, dass Literatur bzw. Literaturwissenschaft auch Einsichten in die Auseinandersetzung mit Krankheiten bieten können. Sowohl in der Realität als auch in der Fiktion sind Erinnerungsverlust und Identitätsverlust eng miteinander verbunden.

Biographische Angaben

Frank Thomas Grub (Band-Herausgeber:in) Dessislava Stoeva-Holm (Band-Herausgeber:in)

Frank Thomas Grub ist «universitetslektor» für Germanistik an der Universität Uppsala. Er forscht unter anderem über die deutschsprachige Literatur des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart sowie über Literatur und Landeskunde in der Lehre des Deutschen als Fremdsprache. Dessislava Stoeva-Holm ist Professorin für Germanistik an der Universität Uppsala. Aus kultur- und kognitionslinguistischer Perspektive arbeitet sie unter anderem zu Sprache und Emotionen, Lexikologie, Phraseologie und Wortbildung sowie zu Sprache und Beziehungen.

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Titel: Emotionen