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Energiediskurs

Perspektiven auf Sprache und Kommunikation im Kontext der Energiewende

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Edited By Nicole Rosenberger and Ulla Kleinberger

Der in der Schweiz und in Deutschland beschlossene Atomausstieg hat die Debatte um Energieversorgung und -verbrauch ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Die Diskussion um die Energieproblematik tangiert Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermassen. Für die Umsetzung der Energiewende braucht es die Zusammenarbeit verschiedenster Akteure und deren Austausch über Energiethemen. Dabei stellt sich die Frage, wie Sprache in diesen Diskursen verwendet wird und welchen Einfluss Sprache und Kommunikation auf Meinungsbildung, Akzeptanz und Verhalten haben.

Die Beiträge dieses Bandes beleuchten den Energiediskurs in der öffentlichen Kommunikation und gehen neben methodischen Fragestellungen konkreten Problemstellungen aus der Kommunikationspraxis nach: Wie können Energieunternehmen verständlich mit ihren Kundinnen und Kunden kommunizieren? Inwieweit kann die Öffentlichkeit in die Behördenkommunikation eingebunden werden? Wie beeinflussen Sprache und sprachliche Mittel die Energiedebatte? Welcher sprachlichen Einheiten bedient sich die Debatte? Allen Beiträgen gemeinsam ist der Fokus auf das Zusammenspiel von Sprache, Kommunikation und Interaktion sowie das Aufzeigen der Bedeutung angewandter Linguistik für gesellschaftliche Veränderungsprozesse.

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Vom Ringen um den guten Text – Kommunikatives Potenzial im Energiediskurs (Daniel Perrin / Marlies Whitehouse / Marta Zampa)

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DANIEL PERRIN / MARLIES WHITEHOUSE / MARTA ZAMPA

Vom Ringen um den guten Text – Kommunikatives Potenzial im Energiediskurs

Dieser Beitrag zeigt an zwei Beispielen aus dem Energiediskurs, wie gute Texte entstehen. Dabei fokussiert er auf fünf Kriterien zum Einschätzen des kommunikativen Potenzials von Informationstexten. Die Kriterien sind theoretisch hergeleitet und praktisch überprüft. Sie gelten grundsätzlich für alle Informationstexte, müssen aber angepasst werden an konkrete Kontexte und Kommunikationsaufgaben. Dies bedingt die präzise Kenntnis dieser Kontexte.

1. Einleitung: Zwei Fallstudien zum kommunikativen Potenzial

Was ist ein guter Informationstext? – Ein guter Informationstext, argumentieren wir hier, weist ein hohes kommunikatives Potenzial auf: Er ist aufgrund seiner textuellen Eigenschaften geeignet, zum Kommunikationserfolg beizutragen in der Situation, für die er bereitgestellt worden ist. Unter dem kommunikativen Potenzial eines Informationstexts verstehen wir also seine Eigenschaft, geeignet zu sein, im Prozess der Bedeutungsvermittlung bei den AdressatInnen die von den AutorInnen intendierte Wirkung auszulösen. Das kommunikative Potenzial verbindet demnach Bedeutungs- und Vermittlungsebene der Kommunikation. Informationstexte mit hohem kommunikativem Potenzial sind verständlich und in der Sache wesentlich.

In diesem Beitrag umreißen wir, wie wir kommunikatives Potenzial bestimmen (2) und in Texten überprüfen (3). Dann zeigen wir, wie wir dieses Wissen nutzen zur Beratung textproduzierender Organisationen im Energiediskurs (4). Im Fazit diskutieren wir, was die kontextgebundene Analyse des kommunikativen Potenzials von Texten zeigen kann – und wo ihre Grenzen sind (5).

Dies alles geschieht anhand...

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