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Energiediskurs

Perspektiven auf Sprache und Kommunikation im Kontext der Energiewende

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Edited By Nicole Rosenberger and Ulla Kleinberger

Der in der Schweiz und in Deutschland beschlossene Atomausstieg hat die Debatte um Energieversorgung und -verbrauch ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Die Diskussion um die Energieproblematik tangiert Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermassen. Für die Umsetzung der Energiewende braucht es die Zusammenarbeit verschiedenster Akteure und deren Austausch über Energiethemen. Dabei stellt sich die Frage, wie Sprache in diesen Diskursen verwendet wird und welchen Einfluss Sprache und Kommunikation auf Meinungsbildung, Akzeptanz und Verhalten haben.

Die Beiträge dieses Bandes beleuchten den Energiediskurs in der öffentlichen Kommunikation und gehen neben methodischen Fragestellungen konkreten Problemstellungen aus der Kommunikationspraxis nach: Wie können Energieunternehmen verständlich mit ihren Kundinnen und Kunden kommunizieren? Inwieweit kann die Öffentlichkeit in die Behördenkommunikation eingebunden werden? Wie beeinflussen Sprache und sprachliche Mittel die Energiedebatte? Welcher sprachlichen Einheiten bedient sich die Debatte? Allen Beiträgen gemeinsam ist der Fokus auf das Zusammenspiel von Sprache, Kommunikation und Interaktion sowie das Aufzeigen der Bedeutung angewandter Linguistik für gesellschaftliche Veränderungsprozesse.

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„Auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft“. Wegmetaphorik und Energiekommunikation in der Nachhaltigkeitsberichterstattung der Stadt Zürich (Viona Niemczyk)

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VIONA NIEMCZYK

„Auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft“. Wegmetaphorik und Energiekommunikation in der Nachhaltigkeitsberichterstattung der Stadt Zürich

Städtische Energiekommunikation bildet seit der „United Nations Conference on Environment and Development“ (UNCED) 1992 in Rio einen wichtigen Bestandteil nachhaltiger Stadtentwicklung und somit einen Schwerpunkt der damit verbundenen Berichterstattung. Als Korpus linguistischer Untersuchungen bietet die Analyse der in diesem Zusammenhang verwendeten sprachlichen Mittel Aufschluss über das formulierte Nachhaltigkeitsverständnis sowie die hiermit verbundene Energiepolitik. Der folgende Beitrag widmet sich daher städtischer Nachhaltigkeitskommunikation und der dort gebrauchten Metaphorik. Am Beispiel des zuletzt erschienenen Nachhaltigkeitsberichts der Stadt Zürich (2008) wird aufgezeigt, wie Wegmetaphorik und Energiekommunikation das Nachhaltigkeitsverständnis der Stadt definieren.

1. Stadt – Nachhaltigkeit – Energie

Mit der 1992 auf der „United Nations Conference on Environment and Development“ (UNCED) formulierten „Agenda 21“ in Rio de Janeiro wurden Kommunen dazu aufgerufen, sich nachhaltig zu entwickeln und diesen Prozess fortwährend zu dokumentieren (Agenda 21, Kapitel 28). Seither sind insbesondere Städte gefragt, Nachhaltigkeit zu fördern und zu vermitteln, da ihr besonderes Maß an Einsparpotenzialen (vgl. Kemmerzell/Tews 2014: 269) sie bei der Umsetzung energiepolitischer Maßnahmen zu Vorbildern werden lässt (vgl. Bulkeley/Kern 2006; Fücks 2011). So geben sie z.B. Berichte oder Handlungsprogramme heraus, in denen über Werte, Ziele und Schwerpunkte informiert wird, die sich die Städte im Rahmen der Agenda 21 gesetzt haben und infolgedessen anstreben. Hierbei wird eine Auswahl relevanter Themen getroffen, die den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit ← 225...

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