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Geschichte in der Öffentlichkeit

Konzepte – Analysen – Dialoge

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Edited By Christine Gundermann, Wolfgang Hasberg and Holger Thünemann

Der anhaltende Geschichtsboom stellt die Historiker*innen in Forschung und Praxis vor neue Herausforderungen. Die Kommunikation von Geschichte im öffentlichen Raum ist inszeniert und zweckgebunden. An sie werden Vermittlungsansprüche gestellt und doch hat öffentliche Geschichte als Teil von gegenwärtigen Erlebniskulturen nicht länger die leitende gesellschaftliche Kraft, die ihr im ausgehenden 19. Jahrhundert noch zugesprochen wurde. Um die aktuellen medialen, materiellen und performativen Praktiken öffentlicher Geschichte besser zu verstehen, wenden sich die Beitragenden in diesem Band der kritischen Reflexion theoretischer Konzeptionen öffentlicher Geschichte wie der Erinnerungskultur, Geschichtskultur und des neuen Ansatzes der Public History zu. Sie stellen in einem zweiten Teil in Einzelanalysen ausgewählte Medien der Geschichte vor und präsentieren in einem dritten Teil Reflexionen aus der Praxis.

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Public History. Vier Umkreisungen eines widerspenstigen Gegenstandes

Christine Gundermann

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Abstract: Der folgende Beitrag dreht sich um die Fragen, was wir heute unter einer akademischen Public History verstehen können und wie sie sich konkret im universitären Feld verorten lässt. Hierbei werden die aktuellen Strukturen, in denen Public History in Universitäten in Deutschland und Westeuropa praktiziert wird, ebenso betrachtet wie die Diskussion um ihren Status als Teil- oder Transdisziplin der Geschichtswissenschaft. Auf dieser Basis werden Vorschläge für die Kanonbildung einer entsprechenden Studienrichtung konkretisiert.

Keywords: Public History, Öffentlichkeit, Geschichte, Studium, Geschichtswissenschaft, Geschichtsdidaktik

Public History ist heute im englischsprachigen Raum ein etabliertes Studienfach und es gibt deutliche Anzeichen, dass sich auch im deutschsprachigen Raum ein solches Studienfach für den Master-Bereich durchsetzt.1 Diese Einführung neuer Studieninhalte und -strukturen ist an deutschen Universitäten mit einigen Herausforderungen verbunden. Denn hier bezeichnet Public History aktuell weder eine (Teil-)Disziplin noch ein bereits etabliertes Berufsfeld. Das heißt, Forschungsergebnisse werden hier eher der Neuen Kulturgeschichte und ihren Weiterentwicklungen, der Geschichtsdidaktik oder aber institutionellen und medialen Untersuchungsräumen der Public History, wie Ausstellungen und Museen, Gedenkstätten, Geschichte in Film und Fernsehen usw., zugeordnet, ohne diese als Überkategorie aufzuführen. Auch jenseits der Universität zeigt sich, dass sich ←87 | 88→die „Marke“ Public History noch nicht durchgesetzt hat. Praktiker*innen bezeichnen sich selbst eher als Museolog*innen, Kurator*innen, pädagogische Mitarbeiter*innen oder etwa Firmenhistoriker*innen; auch hier stellt der Begriff des Public Historian (noch) keine medien- und institutionenübergreifende Berufsgruppe oder Selbstbezeichnung dar.2...

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