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Geschichte in der Öffentlichkeit

Konzepte – Analysen – Dialoge

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Edited By Christine Gundermann, Wolfgang Hasberg and Holger Thünemann

Der anhaltende Geschichtsboom stellt die Historiker*innen in Forschung und Praxis vor neue Herausforderungen. Die Kommunikation von Geschichte im öffentlichen Raum ist inszeniert und zweckgebunden. An sie werden Vermittlungsansprüche gestellt und doch hat öffentliche Geschichte als Teil von gegenwärtigen Erlebniskulturen nicht länger die leitende gesellschaftliche Kraft, die ihr im ausgehenden 19. Jahrhundert noch zugesprochen wurde. Um die aktuellen medialen, materiellen und performativen Praktiken öffentlicher Geschichte besser zu verstehen, wenden sich die Beitragenden in diesem Band der kritischen Reflexion theoretischer Konzeptionen öffentlicher Geschichte wie der Erinnerungskultur, Geschichtskultur und des neuen Ansatzes der Public History zu. Sie stellen in einem zweiten Teil in Einzelanalysen ausgewählte Medien der Geschichte vor und präsentieren in einem dritten Teil Reflexionen aus der Praxis.

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Das Museum als Akteur der Public History. Die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

Simone Mergen

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Abstract: Am Beispiel der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland erläutert der Beitrag, wie die Museen der Stiftung in Bonn, Leipzig und Berlin Zeitgeschichte präsentieren und zur Diskussion stellen. In Ausstellungen und begleitenden Programmen kombiniert das Museum verschiedene Medien der Public History. Besucherorientierung bedeutet, die Begegnung mit Geschichte vom Publikum aus zu entwickeln, Lern- und Erlebnisprozesse der Besucher nach ihren Bedürfnissen zu gestalten.

Keywords: Haus der Geschichte, Museum, Zeitgeschichte, Geschichtsvermittlung, Besucherorientierung, Erinnerungskultur, NarrativitätMultiperspektivität

Mit über 6.300 Museen ist Deutschland eines der europa-, wahrscheinlich sogar weltweit am dichtesten museal besiedelten Länder. Unter dieser großen Vielfalt machen (kultur-)geschichtliche Museen wie die vielen kleinen Stadt- und Heimatmuseen, die Sammlungen historischer Objekte und Geschichtsmuseen zu Spezialthemen den größten Teil aus. Auch beim Blick auf das Publikum lässt sich der seit Jahrzehnten anhaltende Museumsboom mit eindrucksvollen Zahlen belegen. Jährlich besuchen über 100 Millionen Gäste Museen in Deutschland.1 Als Initiatoren und Träger musealer Einrichtungen sind Bund, Land und Kommunen gleichermaßen aktiv wie private Sammler, Unternehmen und Stiftungen. Ihre Intentionen reichen von der Bewahrung historischer Objekte über das Ausstellen interessanter Themen bis zum Anreiz, Orte für die Auseinandersetzung mit ←225 | 226→Geschichte zu schaffen. Vor diesem Hintergrund können Museen als zentrale Player der öffentlichen Repräsentation, Vermittlung und Diskussion von Geschichte bezeichnet werden. Welche Rahmenbedingungen für ihre Aktivitäten, welche spezifischen Merkmale und welche Funktion bestimmen dabei ihre Rolle und Funktion in der Public History...

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