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Deutschsprachige Zionismen

Verfechter, Kritiker und Gegner, Organisationen und Medien (1890–1938)

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Edited By Lisa Sophie Gebhard and David Hamann

Der moderne Zionismus bildete nie eine politische Einheit, sondern vielmehr eine heterogene Bewegung. Wie ihre ZeitgenossInnen waren auch die ZionistInnen in ihrer ideologisch-politischen Entwicklung von gängigen Wissens- und Ideenbeständen beeinflusst und verhandelten in dieser Zeitgebundenheit ihre Vision(en) von einer künftigen jüdischen Heimstätte. Die Beiträge dieses Bandes analysieren AkteurInnen, Agitationsmittel und Diskurse innerhalb der vielseitigen zionistischen Bewegung, die als ‚Zionismen‘ apostrophiert werden. Die AutorInnen hinterfragen herkömmliche Narrative im Hinblick auf individuelle und kollektive Strategien der Identitätsbildung. Sie beleuchten zudem das spannungsreiche Verhältnis der ZionistInnen untereinander sowie ihre ambivalenten Beziehungen zu nichtzionistischen Gruppen.

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Rebekka Denz: „Treue Freundin[nen] des Palästina-Aufbaus“? Positionen von CVerinnen gegenüber der zionistischen Idee in den 1930er Jahren

„Treue Freundin[nen] des Palästina-Aufbaus“?

Positionen von CVerinnen gegenüber der

zionistischen Idee in den 1930er Jahren

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Rebekka Denz

Centralverein vs. Zionism – to this day this dualistic perspective is popular. In recent studies its narrow perspective is questioned. Taking up this differentiating research, two officials of the Centralverein are focused: Eva Reichmann-Jungmann and Margarete Edelheim. The intellectual thinking of two leading personalities is examined by using the example of journalistic travel reports, published in the 1930s in the C.V.-Zeitung.

Die Geschichte des ‚Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens‘ (C.V.) wurde lange Zeit vor dem Hintergrund dessen vermeintlich ungebrochener eindeutiger negativer Positionierung gegenüber der zionistischen Idee geschrieben. Diese dualistische Sichtweise – nationaldeutsch versus zionistisch – ist bis heute weit verbreitet, wurde in jüngeren Studien allerdings auch hinterfragt. In seinem Standardwerk über den C.V. zeichnete Avraham Barkai 2002, der 1921 in Berlin geboren wurde und seit 1938 im späteren Israel lebt, ein differenziertes Bild in Bezug auf das sich wandelnde vielschichtige Verhältnis der Organisation zur zionistischen Bewegung im Deutschen Reich. Bereits im Vorwort sprach der Historiker innerjüdische Auseinandersetzungen in der Zwischenkriegszeit zwischen Juden und Jüdinnen an, die dem C.V. beziehungsweise der zionistischen Bewegung nahestanden. Er sieht die Diskussion um so genanntes Assimilantentum, so der Vorwurf von zionistischer Seite, oder um deutschen Nationalismus bis in die Forschung der Jetztzeit fortgeführt: „Die seither verflossenen Jahre haben diese Beurteilungen gemildert, doch ist sie unter den zionistisch gesinnten Überlebenden und selbst bei manchen Historikern noch immer nicht völlig überwunden.“ 1

Schon 1929 verschriftlichte der damalige Direktor des Centralvereins, Ludwig Holl...

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