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Deutschsprachige Zionismen

Verfechter, Kritiker und Gegner, Organisationen und Medien (1890–1938)

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Edited By Lisa Sophie Gebhard and David Hamann

Der moderne Zionismus bildete nie eine politische Einheit, sondern vielmehr eine heterogene Bewegung. Wie ihre ZeitgenossInnen waren auch die ZionistInnen in ihrer ideologisch-politischen Entwicklung von gängigen Wissens- und Ideenbeständen beeinflusst und verhandelten in dieser Zeitgebundenheit ihre Vision(en) von einer künftigen jüdischen Heimstätte. Die Beiträge dieses Bandes analysieren AkteurInnen, Agitationsmittel und Diskurse innerhalb der vielseitigen zionistischen Bewegung, die als ‚Zionismen‘ apostrophiert werden. Die AutorInnen hinterfragen herkömmliche Narrative im Hinblick auf individuelle und kollektive Strategien der Identitätsbildung. Sie beleuchten zudem das spannungsreiche Verhältnis der ZionistInnen untereinander sowie ihre ambivalenten Beziehungen zu nichtzionistischen Gruppen.

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Felix Schölch: Religiöse Erneuerung in Palästina/Israel: Schalom Ben-Chorins Beitrag zum progressiven Judentum 1935–1958

Religiöse Erneuerung in Palästina/Israel:

Schalom Ben-Chorins Beitrag zum progressiven

Judentum 1935–1958

Extract

Felix Schölch

The Munich-born religious philosopher and writer Schalom Ben-Chorin is known to larger circles especially for his commitment to the Christian-Jewish dialogue in post-war Germany. Less well-known, however, is his search for renewal within Judaism, which led to the founding of Israel’s first Jewish reform community and remained of great importance to him throughout his life. The early years of this search in Palestine/Israel are subject of the following article.

Als Schalom Ben-Chorin (1913–1999) mit anderen Anhängern des progressiven Judentums im Januar 1958 erstmals einen reformierten jüdischen Gottesdienst feierte, war dies der Beginn einer israelischen Reformbewegung. Zu diesem Zeitpunkt lagen bereits 25 Jahre Streben nach einer „autochthonen jisraelitischen Reform-Bewegung“ mit zahlreichen Rückschlägen, Kompromissen und Neuanfängen hinter ihnen.

Das liberale Judentum in Israel steht bis heute im Schatten einer starken, vom Staat unterstützen Orthodoxie. Insbesondere in seinen ersten Jahrzehnten im Jischuw bedurfte es immer wieder an Persönlichkeiten, die sich der Auseinandersetzung mit der Orthodoxie stellten und für die Etablierung eines progressiven Judentums einstanden. Vor allem in den 1930er und 1940er Jahren waren es Einwanderer aus deutschsprachigen Ländern, die versucht hatten, religiöse Impulse für einen kommenden jüdischen Staat zu setzen. Doch nicht der Transfer, als bloße räumliche Verlagerung von liberaler jüdischer Praxis aus Mitteleuropa nach Palästina, war das Ziel, sondern eine eigenständige, der Lebenswelt des Jischuw angepasste Erneuerung, die auch zionistische Vorstellungen der an ihr Beteiligten...

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