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Deutschsprachige Zionismen

Verfechter, Kritiker und Gegner, Organisationen und Medien (1890–1938)

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Edited By Lisa Sophie Gebhard and David Hamann

Der moderne Zionismus bildete nie eine politische Einheit, sondern vielmehr eine heterogene Bewegung. Wie ihre ZeitgenossInnen waren auch die ZionistInnen in ihrer ideologisch-politischen Entwicklung von gängigen Wissens- und Ideenbeständen beeinflusst und verhandelten in dieser Zeitgebundenheit ihre Vision(en) von einer künftigen jüdischen Heimstätte. Die Beiträge dieses Bandes analysieren AkteurInnen, Agitationsmittel und Diskurse innerhalb der vielseitigen zionistischen Bewegung, die als ‚Zionismen‘ apostrophiert werden. Die AutorInnen hinterfragen herkömmliche Narrative im Hinblick auf individuelle und kollektive Strategien der Identitätsbildung. Sie beleuchten zudem das spannungsreiche Verhältnis der ZionistInnen untereinander sowie ihre ambivalenten Beziehungen zu nichtzionistischen Gruppen.

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Marco Kißling: Pionier des religiösen Kibbuz: Ernst Akiba Simon (1899–1988) auf dem Weg nach Palästina

Pionier des religiösen Kibbuz:

Ernst Akiba Simon (1899–1988) auf dem Weg

nach Palästina

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Marco Kißling

As one of the most prominent Jewish intellectuals of his time, Ernst A. Simon (1899–1988) influenced the Zionist discourses in many ways. In this essay I’d like to show how his idea of Talmid Chacham and Chaluz was formed as a specific impression of the Tora va’Avodah movement and why he can be considered as the ‘spiritual mentor’ of the religious chaluzim in Palestine of the late 1920s and 30s.

„Wir gehen, indem wir in die Geschichte der Verwirklichung gehen, in die Welt der Schuld hinein.“1

Als Ernst Simon diesen Satz 1934 auf dem fünften Bundestag des ‚Zeire Misrachi‘2 sprach, lebte er bereits sechs Jahre in Palästina. Er versuchte in ihm die Schwierigkeiten zusammen zu fassen, die nach seiner Auffassung mit einer religiösen und zionistischen Erziehung verbunden waren. Lange schon stand er der Jugendorganisation des ‚Misrachi‘ nahe, war aber nie Mitglied geworden. Ein äußerer Umstand jedoch ist mindestens ebenso bemerkenswert: die Tatsache, dass Ernst Simon überhaupt auf dem Bundestag in Deutschland sprach. Dies ist zum einen darin begründet, dass er in dieser Zeit gemeinsam mit Martin Buber (1878–1965) und Leo Baeck (1873–1956) daran arbeitete, eine ‚Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung‘ aufzubauen und zu diesem Zweck von Buber aus Palästina angefordert wurde. Zum anderen aber lag es an Simons eigener Beziehung zur religiösen Jugendbewegung.

In seinem Buch3 über die religiösen Kibbuzim bezeichnete Aryei Fishman Simon als...

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