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Deutschsprachige Zionismen

Verfechter, Kritiker und Gegner, Organisationen und Medien (1890–1938)

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Edited By Lisa Sophie Gebhard and David Hamann

Der moderne Zionismus bildete nie eine politische Einheit, sondern vielmehr eine heterogene Bewegung. Wie ihre ZeitgenossInnen waren auch die ZionistInnen in ihrer ideologisch-politischen Entwicklung von gängigen Wissens- und Ideenbeständen beeinflusst und verhandelten in dieser Zeitgebundenheit ihre Vision(en) von einer künftigen jüdischen Heimstätte. Die Beiträge dieses Bandes analysieren AkteurInnen, Agitationsmittel und Diskurse innerhalb der vielseitigen zionistischen Bewegung, die als ‚Zionismen‘ apostrophiert werden. Die AutorInnen hinterfragen herkömmliche Narrative im Hinblick auf individuelle und kollektive Strategien der Identitätsbildung. Sie beleuchten zudem das spannungsreiche Verhältnis der ZionistInnen untereinander sowie ihre ambivalenten Beziehungen zu nichtzionistischen Gruppen.

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Albrecht Spranger: Theodor Zlocisti (1874–1943): Ein deutscher Zionist in Palästina

Theodor Zlocisti (1874–1943): Ein deutscher

Zionist in Palästina

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Albrecht Spranger

Emigration to Palestine remained a theoretical construct for many German Zionists for a long time. Only few emigrated before 1933. One of them was Theodor Zlocisti. Despite his exceptionally early emigration, his personal story shines a light on the lifeworlds of German Zionists. By following his steps, one can emphasize the multiple affiliations of German Zionists and their changes in Palestine.

Für den deutschen Zionismus war es vor 1933 charakteristisch, dass seine Anhänger oft lautstark über ihre Bindung an Palästina sprachen, sich aber nur wenige tatsächlich auf den Weg Richtung Erez Israel machten. Für die meisten deutschen Zionisten war es trotz aller Bekundungen vor 1933 keine ernsthafte Option, die eigene gesicherte Existenz in Deutschland gegen eine ungewisse Zukunft im Nahen Osten einzutauschen. Bis 1933 gingen lediglich um die 3.300 Zionisten aus Deutschland nach Palästina. Vor dem Ersten Weltkrieg hatten sogar nur etwa drei Dutzend diesen Weg eingeschlagen.1 Einen zumindest kleinen Boom erlebte die Auswanderung in den ersten Nachkriegsjahren. Mit der Balfour-Deklaration und der Übernahme des Völkerbundmandats durch Großbritannien schien der zionistische Traum vom jüdischen Staat in Palästina konkret zu werden. Unter Zionisten herrschte damals Euphorie. Tausende machten sich auf den Weg Richtung Erez Israel – darunter auch einige Deutsche. Einer von ihnen war Theodor Zlocisti – ein Arzt und Zionist der ersten Stunde aus Berlin. Im Dezember 1920 ließ er sich mit seiner Frau Hulda, geborene Thomaschewsky (1869–1941) in Tel Aviv nieder. Auch ihre Tochter...

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